Die Kürbissuppe hat wieder Hochsaison: Jetzt, wo Hokkaido, Butternut und Co. reifen, wird wieder püriert, was das Zeug hält. Kaum eine Zutat wird in dieser Jahreszeit so häufig (über-)strapaziert wie das orange leuchtende Fruchtgemüse.
Dabei ist das fratzenhaft verunstaltete Halloween-Symbol in einer wärmenden Suppe verarbeitet tatsächlich ein wahres Herbst-Highlight. Doch: Auf die Zubereitung kommt es an. Versuchen Sie mal diese Tricks, um Ihre Kürbissuppe auf ein neues Level zu heben.
1. Das Gemüse erst im Ofen rösten
Die Energiepreise sprechen eigentlich dagegen – und dennoch sieht man gerade immer mehr Food-Influencer und Suppenköche im Netz, die ihr Gemüse vor dem Kochen erst mal auf ein Backblech drapieren.
Zutaten wie Butternutkürbis, Spitzpaprika, Zwiebeln, Karotten, Knoblauch und Cocktailtomaten kommen zunächst grob zerkleinert, mit Öl beträufelt und mit Gewürzen verfeinert in den Backofen.
Dort werden sie bei 180 Grad Ober-/Unterhitze rund eine Stunde lang geröstet – je nachdem, wie grob oder fein sie geschnitten sind. Anschließend kommt alles in einen Mixtopf und wird mit Sahne und Brühe püriert.
Solche Rezepte kommen nicht von ungefähr. Das vorherige Rösten oder Backen von Gemüse ist eine bekannte Profi-Technik der gehobenen Küche, um Suppen und Fonds eine tiefere, süßere und komplexere Geschmacksnote zu verleihen.
Auch Sternekoch Alexander Herrmann schwört bei seiner Kürbissuppe, die er herkömmlich gekocht nicht mehr sehen könne, auf diesen Zwischenschritt: Bevor der Hokkaido in den Suppentopf kommt, wandert er erst einmal in den Backofen. Dort entwickelt der Kürbis Röstaromen und verliert Wasser, was der fertigen Suppe ihren besonderen, konzentrierten Kürbisgeschmack verleiht.
2. Die richtige Würze
Kürbis hat einen eher milden, feinen Eigengeschmack, der leicht untergehen kann. Schnell hat man eine Suppe gekocht, die nach Gemüse schmeckt, aber man wollte ja etwas anderes.
Daher sollte man eine Kürbissuppe auf keinen Fall ungewürzt lassen, sondern ihr leicht süßliches und nussiges Aroma herauskitzeln. Salz und Pfeffer sind unverzichtbar, um den Eigengeschmack des Kürbisses hervorzuheben. Muskatnuss ist der absolute Klassiker und passt frisch gerieben perfekt zum nussigen Aroma. Ingwer bringt eine frische, leichte Schärfe hinein und harmoniert besonders gut mit Kokosmilch.
Was ist gelb, rund und nervt? Richtig, der Kürbis und der Hype um ihn
Rezept der Woche: Grüne Soßen – und plötzlich schmeckt alles besser
Eine kleine Prise Zimt gilt bei vielen Köchen als Geheimtipp. Currypulver und Kreuzkümmel geben der Suppe eine tiefere, würzige Basis. Sternekoch Robin Pietsch aus Wernigerode setzt auf Kurkuma für eine schöne, intensive Farbe – und auf frisch gepressten Orangensaft, um der Suppe eine fruchtige Note und angenehme Frische zu verleihen.
3. Die perfekte Kürbissorte
In Deutschland wachsen rund 200 verschiedene Speisekürbisse. Da kann man schon mal den Überblick verlieren – denn nicht alle Sorten eignen sich gleichermaßen für eine schmackhafte Suppe.
Die meisten Hobbyköche greifen zum Hokkaido, aus gutem Grund: Der absolute Klassiker ist einfach zuzubereiten, weil man die Schale mitessen und mitpürieren kann. Er schmeckt angenehm nussig mit einer feinen Note nach Maronen oder Kastanien. Außerdem sorgt diese Kürbissorte für eine intensive, leuchtend orange Farbe auf dem Teller.
Es gibt aber auch andere Sorten, die in Suppen überzeugen. Der Muskatkürbis hat ein feines, fruchtiges Aroma und liefert durch sein weiches Fleisch eine wunderbar cremige Konsistenz. Man muss ihn allerdings vor dem Kochen schälen.
Der Muskatkürbis ist in der Spitzenküche besonders gefragt.
© Anja Cord/Imago
Beim Butternut muss die Schale nicht zwingend ab, er ist mit seinem leicht buttrig-süßen Geschmack und den wenigen Kernen ebenfalls ein Top-Kandidat für Suppen. Das Fruchtfleisch wird beim Pürieren extrem samtig, was schöne Texturen schafft.
In der Spitzenküche indes gilt der Muskatkürbis und insbesondere die traditionelle französische Edelsorte Musquée de Provence als eine der absolut besten und edelsten Kürbissorten überhaupt.
4. Das richtige Topping
Damit es im Suppentopf abwechslungsreich bleibt und auch Kinder ihren Spaß haben, kommt es auf das richtige Topping an. Damit lässt sich eine Kürbissuppe schnell aufpeppen und es wird nie langweilig.
Der Klassiker wären geröstete Kürbiskerne, ein paar Tropfen steirisches Kürbiskernöl und frische Petersilie oder Schnittlauch. Erfinderischer und bei den Kleinen beliebt sind knusprige Schinkenwürfel oder Bacon-Streifen. Mit gehackten Erdnüssen, Koriander und frischen Chiliringen schafft man asiatisch angehauchte Varianten.
Starköche setzen bei Kürbissuppe vor allem auf kontrastierende Texturen (Crunch) und geschmacksintensive Einlagen (Säure, Salzigkeit oder herbstliche Süße), um die natürliche Süße des Kürbisses perfekt auszubalancieren.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]