Die Friedrichstraße entwickelt sich nun auch sichtbar zur neuen attraktiven Geschäftsmeile Berlins. Voraussichtlich bis 1998/99 werden die Bauprojekte zwischen Bahnhof Friedrichstraße und Checkpoint Charlie stehen, meint die Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden.Der erste Abschnitt der neuen Friedrichstraße zwischen der Französischen und der Mohrenstraße soll bereits in rund zwei Monaten für Fußgänger und Autos geöffnet werden. Dies sei "eindeutig positiv", meint der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Rainer Boldt. Die Friedrichstadtpassagen sind der erste Abschnitt, der übergeben wird. Ihre Eröffnung wird für den Herbst erwartet. Auch an anderen Stellen geht es voran. Wo noch 1993 Baugruben das Bild bestimmten, wachsen mittlerweile Rohbauten aus der Erde - wie am "Lindencorso" oder am Projekt "Hofgarten" zwischen Französischer- und Behrenstraße. Die anfängliche Skepsis mancher Anrainer ist gewichen. Josef Beat Lauber vom Uhren- und Juwelengeschäft Türler aus dem Haus der Schweiz sagt: "Wir liegen deutlich über dem, was wir uns erhofft haben." An eine Aufgabe denke keiner.Dennoch ist die Interessengemeinschaft, zu der 50 von 200 Gewerbetreibenden an der Friedrichstraße zählen, nicht vollauf zufrieden. Sorgen bereite die Verzögerung beim Straßenbau zwischen Clara-Zetkin-Straße und Oranienburger Tor, die geplante Großbaustelle für die U-Bahn-Linie 5 an der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße sowie das fehlende Parkleitsystem für die Einkaufsmeile, kritisiert Rainer Boldt. Besonders verärgert ist die Interessengemeinschaft darüber, daß die vom Senat zugesagte Straßenbahn doch nicht mehr in diesem Jahrtausend Richtung Süden verlängert werden soll. Mittlerweile sei 2002 als Termin für die Inbetriebnahme im Gespräch. "Die Interessengemeinschaft wird dies nicht hinnehmen können", kündigt Boldt Protest an. +++
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