Noch vor Beginn des meteorologischen Sommers an diesem Freitag hat eine erste Hitzewelle Berlin und Brandenburg im Griff. Am Mittwoch stiegen die Temperaturen erneut auf mehr als 30 Grad. Örtlich kam es zu heftigen Gewittern und Regenschauern.
In Berlin war vor allem der Westteil der Stadt betroffen. In Tempelhof fielen rund sechs Liter Regen pro Quadratmeter. „Das war ein starker Schauer, aber nichts Außergewöhnliches“, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes. An der Einkaufsmeile Tauentzienstraße brachten sich die Passanten in den Geschäften in Sicherheit. Insgesamt fielen die Schäden des Unwetters aber sehr glimpflich aus: „Wir hatten zwei heruntergefallene Äste und ein Partyzelt in einem Baum“, sagte ein Leitstellenmitarbeiter der Berliner Feuerwehr. Das sei für Berlin „gar nichts“.
Zuvor gab der DWD für den Raum Berlin eine amtliche Warnung vor starkem Gewitter heraus.
In der Nacht zum Donnerstag soll das schlechte Wetter allerdings wieder abklingen.
Fest für Eltern und Babys abgesagt
Wegen der Unwettergefahr hat das Amt Burg im Spreewald aus Sicherheitsgründen ein Fest für Eltern und ihre Babys abgesagt. Das Treffen an einem Sportlerheim in Dissen-Striesow (Spree-Neiße) werde verschoben, teilte das Amt am Mittwochmittag mit. Zu dem „Babybegrüßungstag“ hatte das Amt nach eigenen Angaben Eltern mit rund 50 Babys aus umliegenden Dörfern geladen. Bei dem Fest sollte zum Beispiel über Kita-Angebote informiert werden.
Für Berlin und Brandenburg gilt bis in den Abend hinein außerdem eine amtliche Hitzewarnung.
Bauern klagen über Totalausfälle
Unterdessen machen sich viele Bauern Sorgen über fehlenden Regen. „In manchen Regionen gab es im gesamten Monat Mai keine Niederschläge“, erklärte der Landesbauernverband. Besonders betroffen sei der Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Dort rechneten Betriebe schon jetzt mit erheblichen Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen. Unter der Trockenheit litten besonders Raps, Weizen, Roggen und Gerste. Aber auch Grünland und Mais seien betroffen.
Baden bedenkenlos möglich
Das Potsdamer Verbraucherschutzministerium meldete, dass Abkühlung in vielen Seen und Flüssen in Brandenburg gefahrlos möglich ist. Die Badegewässer in Brandenburg hätten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt besonders häufig Bestnoten erhalten. In den Jahren 2014 bis 2017 bekamen rund 97,9 Prozent der untersuchten Badestellen im Land die Bestnote „ausgezeichnet“ - bundesweit waren es 91,4 Prozent, hieß es auf Grundlage eines Berichts der Europäischen Kommission.
Wasser suchen derzeit auch viele Tiere. Im Wildpark Johannismühle etwa fanden Rothirsche in einem Teich eine frische Abkühlung. Andere Wildtiere legten sich einfach unter großen Bäumen in den Schatten. (BLZ/dpa)
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