Foto: Es waren Freudentränen, die Nasima El-Zein gestern am Flughafen Tegel weinte. Die Familie der jungen Frau hatte sich um 15.20 Uhr am Ankunftsgate des Fluges aus Istanbul versammelt, jubelnd, teils mit Deutschlandfahnen und Fotos mit der Aufschrift "Danke, Herr Körting!" Gefeiert wurde das glückliche Ende einer Abschiebung. Wie berichtet, durfte die in die Türkei abgeschobene 21-jährige Nasima El-Zein nach einer Entscheidung von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wieder nach Deutschland zurückkehren. Die Abschiebung war verfügt worden, weil die Nasimas, die 1993 in Deutschland als libanesische Kurden Asyl beantragt hatten, in Wahrheit Türken seien. Man ging davon aus, dass vorsätzlich falsche Angaben zur Identität gemacht wurden. Recherchen der Berliner Zeitung in Iskenderun hatten jedoch dafür gesorgt, dass der Fall erneut aufgerollt wurde. Die Recherchen hatten ergeben, dass Nasima El-Zein nach ihrer Abschiebung in die Türkei eine Zwangsverheiratung drohte. Die junge Frau spricht kein Türkisch und lebte bei ihrem Vater, der bereits vor drei Jahren aus Deutschland ausgereist war. Der Vater war aber letztlich mit der Rückkehr der Tochter nach Deutschland einverstanden. Für die Mutter von Nasima El-Zein war die Aufregung der letzten Monate zu viel. Als sie ihre Tochter gestern in Tegel zur Begrüßung umarmte, brach sie ohnmächtig zusammen.
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