Nach dem Hauseinsturz im sächsischen Görlitz hat sich auch in der zweiten Nacht keine Spur der drei Vermissten gefunden. Bei der Suche nach zwei Frauen und einem Mann wurden bislang keine Lebenszeichen registriert. Die Einsatzkräfte gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass Verschüttete bis zu 72 Stunden unter solchen Trümmern überleben könnten.
Nach einer dreistündigen Pause wurden die vorbereitenden Maßnahmen für die Suche am frühen Morgen wieder aufgenommen. Eine Seitenwand des Nachbarhauses sei zum Schutz der Helfer abgestützt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Wie lange das dauern werde, war zunächst unklar.
Zuvor seien die Gasleitungen rund um das Gebäude vollständig geleert worden, so die Sprecherin. Dadurch sei die Explosionsgefahr kleiner und die Arbeiten weniger gefährlich geworden. Auch kämen die Helfer nun besser von der Straßenseite an die Unglücksstelle heran. Trotz der geleerten Leitungen könne es jedoch noch Hohlräume mit Gas geben. Die Stadtwerke hatten das Gas rund um die Unglücksstelle vorsorglich abgestellt.
Haus in Görlitz eingestürzt: Drei Menschen weiterhin vermisst
Wettlauf gegen die Zeit
Das Haus mit Miet- und Ferienwohnungen war am Montagabend aus bislang ungeklärter Ursache eingestürzt. Zunächst galten fünf Menschen als vermisst, zwei Feriengäste tauchten jedoch wenige Stunden nach dem Unglück wieder auf – sie waren noch auf der Anreise.
Bei den drei weiterhin Vermissten handelt es sich nach Polizeiangaben um zwei rumänische Touristinnen im Alter von 25 und 26 Jahren sowie um einen 48-jährigen Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit, der sich aus beruflichen Gründen in Görlitz aufhielt.
Bei der Suche kamen auch Spürhunde zum Einsatz. „Die Hunde schlagen bei Lebenszeichen an, was sie gestern auch gemacht haben“, erläuterte der Einsatzleiter der Feuerwehr Görlitz, Remo Kölzsch. In der Nacht nach dem Einsturz und am Tag danach hätten die Tiere mehrfach angeschlagen. Rückschlüsse auf den Zustand der Vermissten lasse das jedoch nicht zu. Weil eine Explosion angenommen werde, müsse auch damit gerechnet werden, einzelne Körperteile zu finden.
Ursache weiter unklar
Die genaue Ursache des Unglücks in der Stadt im Osten Sachsens ist noch unklar. Im Raum steht eine Gasexplosion.
Nach der Abstellung des Gases richtete die Stadtverwaltung mit dem Neisse-Bad Görlitz für die Betroffenen Dusch- und Wärmemöglichkeiten ein. „Die Abschaltung hat zur Folge, dass weder warmes Wasser noch Heizwärme zur Verfügung stehen. Eine Ersatzversorgung ist leider nicht möglich“, teilte die Stadt mit. (mit dpa)
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