BERLIN, 13. Februar. Nach Ansicht des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker muss Deutschland im Streit mit den USA seine abweichende Haltung in der Irak-Politik selbstbewusst vertreten. Nötig sei eine Freundschaft des offenen Wortes, nicht blinde Unterwerfung, sagte er in einem Arte-Fernsehinterview. "Ein offenes Gespräch zwischen Deutschland und Amerika ist etwas, an das man sich gewöhnen muss und gewöhnen wird." Gleichzeitig warnte er davor, angesichts der gegenwärtigen nervösen, gespannten, schwer zu lösenden internationalen Lage von einem deutschen Sonderweg zu sprechen. Dieser Begriff sei aus einer langen Geschichte zu Recht negativ besetzt.Weizsäcker betonte, mit seiner Haltung in der Irak-Frage stehe Deutschland nicht allein. Zugleich unterstrich er, dass die Freundschaft mit den USA für die Geschichte der Bundesrepublik von lebensentscheidender Bedeutung gewesen sei. "Es stelle sich die Frage, ob man im Krieg gegen den internationalen Terrorismus wirklich weiter kommt, wenn man die Irak-Frage kriegerisch löst", sagte er. "Dass man in der Frage von Krieg und Frieden unterschiedlich vorgehen kann, halte ich für normal."Von einem Zerwürfnis der Beziehungen kann nach seiner Auffassung daher keine Rede sein. "Ich glaube nicht, dass es in der Bevölkerung oder in den kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen einen Einbruch gibt", sagte von Weizsäcker. (AFP)
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