Podcast „Fest & Flauschig“

Grenzen der Satire? Böhmermann und Schulz im Streit um Ton und Verantwortung

Im Podcast „Fest & Flauschig“ sprechen Jan Böhmermann und Olli Schulz über „Welt“-Chef Ulf Poschardt. Der Clip sorgt für Empörung und eine Debatte über Satire.

Oliver Weinhold Team News
3 Min
Vergriffen sich in ihrem Podcast im Ton: Jan Böhmermann (l.) und Olli Schulz

Vergriffen sich in ihrem Podcast im Ton: Jan Böhmermann (l.) und Olli Schulz

© Gateau/Wendt/dpa

In der aktuellen Folge ihres Spotify-Podcasts Fest & Flauschig ziehen Jan Böhmermann und Olli Schulz erneut über bekannte Persönlichkeiten her – diesmal über „Welt“-Herausgeber Ulf Poschardt. Während einer Diskussion über Empathie und gesellschaftliche Verantwortung sagte Olli Schulz: „Wie kann man sich das mit einer sauren Froschfresse einfach so gefallen lassen?“ Der kurze Ausschnitt verbreitete sich binnen Stunden in sozialen Netzwerken und löste dort eine Welle an Reaktionen aus. Viele Nutzer empfinden die Wortwahl als überzogen, manche sprechen von „Arroganz und Doppelmoral“.

Unter dem Hashtag #Böhmermann trendete der Clip am Sonntagabend. Zahlreiche Kommentare warfen dem ZDF-Satiriker vor, den moralischen Anspruch, den er sonst anderen abverlange, selbst zu missachten. „Wer ständig über Hass und Hetze schimpft, sollte nicht selbst beleidigen“, schrieb eine Nutzerin auf X. Andere verteidigten Böhmermann und Schulz als Teil einer satirischen Überzeichnung. Doch auch unter ihren Anhängern mehren sich Stimmen, die sich eine andere Tonlage wünschen – weniger Häme, mehr Humor.

Debatte über Stil und Verantwortung

Ulf Poschardt selbst hat sich bislang nicht zu den Äußerungen geäußert. Beobachter erinnern jedoch an frühere öffentliche Auseinandersetzungen zwischen dem „Welt“-Chef und Böhmermann. Schon in der Vergangenheit hatten sich beide gegenseitig spitze Kommentare über Medienmacht und Moral ausgetauscht. Dass Böhmermann nun wieder gegen Poschardt austeilt, werten viele als bewusste Provokation – eine, die kalkuliert Aufmerksamkeit erzeugt.

Juristische Konsequenzen drohen dem Satiriker wohl nicht, moralische Kritik dagegen umso mehr. Denn der Vorfall hat eine alte Debatte neu entfacht: Wie weit darf Satire gehen, wenn sie sich an Personen abarbeitet? Und wo endet die künstlerische Freiheit, wenn Spott in persönliche Herabwürdigung kippt? Sicher ist: Der Streit um Ton, Verantwortung und Humor dürfte Böhmermann und Schulz noch länger begleiten.

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In einem am 13. Oktober 2025 auf www.berliner-zeitung.de unter der Überschrift „Grenzen der Satire? Böhmermann und Schulz im Streit um Ton und Verantwortung“ veröffentlichten Artikel schreiben wir in Bezug auf einen Dialog zwischen Jan Böhmermann und Olli Schulz über Ulf Poschardt im Rahmen des Podcasts „Fest & Flauschig“: „Während einer Diskussion über Empathie und gesellschaftliche Verantwortung bezeichnet Böhmermann den Journalisten als ‚saure Froschfresse‘.“

Hierzu stellen wir richtig: Diese Darstellung ist unwahr. Jan Böhmermann hat Ulf Poschardt in der in Bezug genommenen Folge des Podcasts „Fest & Flauschig“ nicht als „saure Froschfresse“ bezeichnet. Vielmehr wurden die Begriffe von Olli Schulz verwendet, um die Mimik von Herrn Poschardt im Rahmen eines Streitgesprächs zwischen ihm und Melanie Amann im Rahmen des Formats „High Noon“ zu beschreiben. Berliner Verlag GmbH

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