Eine Woche ist eine Woche ist eine Woche - und hat sieben Tage. Was die Veranstalter der vielen an diesem Wochenende (und nur dann) in Berlin stattfindenden Modemessen nicht daran hindert, ständig von der Berlin Fashion Week zu reden. Nun mag es sich dabei um eine Ultrakurz-Woche handeln, trotzdem ist das Angebot wie schon im Vorjahr zum Debüt riesengroß. Ob Premium, Spirit of Fashion oder Ideal Showroom - an vielen Orten in der Stadt präsentieren sich dieser Tage Modemacher. Was jedoch auffällt: Anders als in New York, Paris und Mailand gibt es an der Spree keine Schauen internationaler, renommierter Designer.Doch das soll sich ändern. Die IMG, eine weltweit tätige Agentur für Sport, Entertainment und Medien, die bereits Großveranstaltungen wie die New York Fashion Week sowie Präsentationen in Los Angeles, London, Miami, Moskau, Mumbai (früher Bombay), Singapur und Sydney ausrichtet, nutzte am Freitag den Start in Berlin, um die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin vorzustellen. Die soll Deutschlands erste offizielle internationale Modewoche werden und ist - man ahnt es schon - streng genommen natürlich wieder keine Woche. Egal. Vom 12. bis zum 15. Juli sind zwölf bis 15 Modenschauen internationaler, deutscher aber auch Berliner Designer geplant. Die Models sollen vor bis zu 1 000 geladenen Gästen auf einem Laufsteg durchs Brandenburger Tor schreiten. Für die Gäste entsteht auf dem Platz des 18. März eine Halle mit Glasdach."Das ist das Event, dass wir brauchen, um den Modestandort voranzubringen", sagte Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) am Freitag. Weil kaum einer der Berliner Designer allein die Kosten für eine solche Schau tragen kann, will der Senat den Nachwuchs mit 500 000 Euro aus Wirtschaftsförderungsgeld unterstützen, sagte Wolf.Die Fashion Week Berlin soll künftig zweimal jährlich stattfinden. Das Geld und Namen gebende Autohaus aus Schwaben hat sich für fünf Jahre verpflichtet. Man will mit anderen Berliner Veranstaltungen wie etwa der Premium zusammenarbeiten. Die hatte den Begriff Berlin Fashion Week vor einem Jahr erfunden. "Wir haben dem Kind einen Namen gegeben, es gefüttert und jetzt wird es groß", freute sich Premium-Chefin Anita Bachelin. Das werde der Stadt sehr gut tun. Keine andere Modewoche zeige gleichzeitig Damen- und Herrenkollektionen.------------------------------Auf und ab der ModestadtIn den 1920er-Jahren war Berlin schon einmal Modemetropole. Viele Designer und Textilmanufakturen waren damals hier ansässig.An diesen Ruhm versucht die Stadt seit vier Jahren anzuknüpfen. Zu diesem Zeitpunkt kam die Sports- und Streetware-Messe Bread and Butter von Köln nach Berlin. Außerdem wurde die schickere Premium erstmals veranstaltet. In Berlin sind acht Hochschulen ansässig, die Modenachwuchs ausbilden, sowie rund 800 Label.Einen Höhepunkt erlebte das Modemessengeschehen im Januar 2005. Damals wurden gleich sieben Modemessen veranstaltet. Viele überlebten aber nur eine Saison. Vor allem die Veranstaltungen der Messe Tochter Capital Fashion scheiterten am mangelnden Interesse der Einkäufer. Im Herbst kündigte die Bread and Butter ihren Rückzug aus Berlin an. Die Messe wird nur noch in Barcelona stattfinden.An diesem Wochenende finden nur noch die Premium, die Spirit of Fashion für den Bereich Gothic, Punk und Rock, sowie der Ideal-Showroom für Avantgarde statt. Die Bread and Butter bietet in einem ehemaligen Turbinenkraftwerk rund 30 Marken eine Plattform zur Image-Präsentation. Insgesamt stellen 900 Modemacher der Fachöffentlichkeit ihre Kollektionen für den kommenden Herbst vor.Im Juli soll es dann wieder aufwärtsgehen mit der Modemetropole Berlin. Die IMG will hier ihre internationale Fashion Week mit Modenschauen etablieren - wie in New York, Paris und Mailand.------------------------------Foto: Ein Modell von Michael Michalsky: Der Ex-Adidas- Chefdesigner stellte am Donnerstag im Roten Rathaus seine erste eigene Kollektion vor.
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