Großes Schauspielertheater

BERLINER FESTSPIELE Das Theatertreffen lockt vom 2. bis 18. Mai "Nach Berlin"

BLZ
4 Min

Nach Berlin": Jedes Jahr im Mai reist die Theaterszene aus dem In- und Ausland - Regisseure, Darsteller, Autoren, Journalisten und theaterbegeisterte Gäste - zum Theatertreffen in die Hauptstadt. Neben den zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der vergangenen Saison erwarten die Besucher zahlreiche weitere Veranstaltungen im Haus der Berliner Festspiele, das wie jedes Jahr Festivalzentrum ist: Diskussionen, Nachtmusik-Konzerte, Lesungen auf dem Stückemarkt, eine rückblickende Fotoschau, ein zukunftsorientierter Talentetag und natürlich die Preisverleihungen. Weitere Spielorte sind das Deutsche Theater Berlin, das Maxim Gorki Theater Berlin, die schaubühne am lehniner platz sowie erstmals das Radialsystem V und die Lokhalle im Naturpark Schöneberger Südgelände.HAUPTPROGRAMMEröffnet wird das Theatertreffen am 2. Mai mit Shakespeares "Der Sturm" von den Münchner Kammerspielen, einer ebenso witzigen wie melancholischen Abrechnung mit allen Zivilisationsutopien. Aus dem anfänglichen Schiffbruch wird das Making-of eines B-Movies, und die Bühne verwandelt sich in riesige Buchseiten, in denen Regisseur Stefan Pucher so respektlos blättert wie in einer Pop-up-Fibel der schwarzen Pädagogik.Ebenfalls von den Kammerspielen kommt Thomas Ostermeiers temporeiche Inszenierung des Fassbinder-Klassikers "Die Ehe der Maria Braun" mit fünf grandiosen Darstellern und der jungen Brigitte Hobmeier als Maria Braun, die ebenso souverän, sexy und unantastbar agiert wie einst Hanna Schygulla.Auch das Deutsche Theater Berlin ist zweimal vertreten, in beiden Produktionen ist die herausragende Constanze Becker zu erleben. In Jürgen Goschs Inszenierung des "Onkel Wanja" begeistert sie als verführerische Professorengattin Elena, in Michael Thalheimers "Die Ratten" dagegen treibt sie als torschlusspanische Kindsräuberin mit gebeugtem Rücken die Tragödie unaufhaltsam voran.Die experimentellste und mit Abstand längste Inszenierung des Theatertreffens ist die Nonstop-Performance-Installation "Die Erscheinungen der Martha Rubin" des dänisch-österreichischen Künstler-Duos SIGNA (vom Schauspiel Köln). Für neun Tage entsteht in der denkmalgeschützten Lokhalle auf dem Schöneberger Südgelände die abgewrackte Containerstadt "Ruby Town", die von den vierzig Darstellern der Gruppe durchgehend bespielt wird. Die Besucher können bis zu zwölf Stunden am Leben der Bewohner von "Ruby Town" teilnehmen, mit ihnen essen, trinken, tanzen oder sich einfach als Zuschauer durch dieses Realität gewordene Computerspiel bewegen - mit Sicherheit das außergewöhnlichste Theatererlebnis der diesjährigen Saison.RAHMENPROGRAMMDas reiche Rahmenprogramm bietet, neben den Preisverleihungen (u. a. Theaterpreis Berlin am 18. Mai), die Konzerte der "Nachtmusik" (u. a. mit der Schweizer Sängerin Erika Stucky) und viele öffentliche Premierenpartys. Die Fotoschau "Erika Rabaus Theatertreffen 1984 bis 2007" wird das gesamte Festival begleiten; die Berliner Fotografin ist auch Hauptdarstellerin in dem Dokumentarfilm "Der Puck von Berlin" (17. Mai, 17 Uhr, mit anschließendem Gespräch).Zwei öffentliche Diskussionen mit prominenten Teilnehmern zu den Themen "Staat Macht Moral - Auf der Suche nach Strippenziehern" (4. Mai, 17 Uhr) und "Second Life im Live-Format - Theater auf der Suche nach neuen Orten" (10. Mai, 17 Uhr) beschäftigen sich mit den in den eingeladenen Inszenierungen aufgeworfenen gesellschaftspolitischen Fragen.JUNGES THEATERTREFFENDie drei Talente-Plattformen des Theatertreffens - Stückemarkt, Internationales Forum, Festivalzeitung - bieten jungen Theatermachern aus der ganzen Welt die Chance zur professionellen Weiterentwicklung. Der Stückemarkt stellt fünf neue Stücke aus Europa in szenischen Lesungen vor: zwei Stücke kommen aus Spanien, jeweils eins kommt aus Belgien, Deutschland und Russland. Fünf weitere Autoren werden zum Dramatikerworkshop mit John von Düffel eingeladen. In der Festivalzeitung beobachten und beschreiben junge Kulturjournalisten das Festival. Ihr "Blatt zum Theatertreffen" erscheint dreimal freitags als Beilage der Berliner Zeitung und liegt an allen Spielorten aus. Der "Talentetag", eine ganztägige Messe für Theatermacher aller Professionen, hat sich unter dem Motto "Impulse - Messe - Workshops" erfolgreich etabliert und bietet nun im dritten Jahr zahlreiche Möglichkeiten zu Austausch, Vernetzung und Information (11. Mai, ab 14 Uhr).------------------------------THEATERTREFFENvom 2. bis 18. Mai.Karten an der Kasse im Haus der Berliner Festspiele am Samstag, 26. April, von 10 bis 18 Uhr. Ausgabe von Wartenummern ab 9 Uhr. Ab Montag, 28. April,täglich von 14 bis 18 Uhr.Ein begrenztes Kartenkontingent gibt es online unter www.theatertreffen-berlin.de.Abendkasse jeweils eine Stunde vor Beginn.Karten für die Nonstop-Performance-Installation "Die Erscheinungen der Martha Rubin" nur vor Ort (Kasse Lokhalle).Einheitspreis 25, ermäßigt 15 Euro. Maximale Besuchsdauer 12 Stunden, begrenzte Besucherkapazität. Die aktuellen Wartezeiten am Einlass sind ab 2. Mai, 16 Uhr, unter der Hotline 0170-578 15 03 zu erfahren. Bitte wetterfeste Kleidung mitbringen.Berliner FestspieleEin Geschäftsbereich der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbHSchaperstraße 24, 10719 BerlinInformationen unter: Telefon (030) 254 89-100, Fax -230www.berlinerfestspiele.de------------------------------Foto: Mit Shakespeares "Der Sturm" von den Münchner Kammerspielen eröffnet das Theatertreffen am 2. Mai. ARNO DECLAIRFoto: Vier herausragende Darstellerinnen verkörpern Gertrud in Armin Petras' Inszenierung.Foto: Ein außergewöhnliches Theatererlebnis: "Die Erscheinungen der Martha Rubin".

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