"Grün-Gold" fordert geringere Reinigungsgebühren

Tennisverein fühlt sich von BSR abgezockt

Marcel Gäding
2 Min

Der Pankower Tennisverein Grün-Gold fühlt sich von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) zu Unrecht zur Kasse gebeten. Eigenen Angaben zufolge muss der Verein für die Straßen vor seinen sechs Tennisplätzen Reinigungsgebühren in Höhe von 4 500 Mark jährlich zahlen. "Diese Summe verschlingt ein Fünftel unseres Jahresbudgets", sagt Vereinsvorsitzender Wolfgang Senger. Die Forderungen der BSR bezeichnet er als unverschämt und nennt sie eine "Abzockerei". Dass der Verein derart hohe Beträge an die Stadtreinigung zahlen muss, sei nicht nachvollziehbar. "Schließlich nutzen wir die Masuren- und die Mühlenstraße nur als Zugänge zu unseren Anlagen." Senger fordert von den Stadtreinigungsbetrieben, die Straßenreinigungsgebühren zu Gunsten des Vereins neu festzulegen. Andernfalls müsse sich der Verein von zwei Plätzen trennen. "Davon wäre unsere Anlage in der Mühlenstraße betroffen." Dies bedeute, dass das sportliche Angebot des 130 Mitglieder starken Tennisvereins eingeschränkt werden müsste.BSR-Sprecher Bernd Müller weist den Vorwurf der Abzockerei zurück. "Gebühren werden für Leistungen wie Winterdienst, Laubbeseitigung und die Reinigung des öffentlichen Straßenlandes erhoben", sagt er. Im Übrigen seien die Berliner Stadtreinigungsbetriebe nicht dafür zuständig, über die Höhe des Betrags zu entscheiden. "Das ist Sache einer so genannten Straßeneingruppierungskommission", sagt Müller. Wie viel Geld ein Anlieger zahlen muss, hänge von der Größe seines Grundstücks ab. "So kommt die jährliche Gebühr zu Stande."Rückzahlung ans AmtDer Pankower Tennisverein Grün-Gold hat allerdings ein weiteres Problem, für das aber eine Lösung in Sicht ist. Weil das Bezirksamt Pankow Besitzer der Anlagen ist und sie für den Sport kostenlos zur Verfügung stellt, hat es an die BSR einen Betrag in Höhe von 24 000 Mark überwiesen. Hinter der Summe verbergen sich ebenfalls Straßenreinigungsgebühren, die im Nachhinein erhoben worden sind. Den von der Behörde vorgestreckten Betrag müsste der Verein nun dem Bezirksamt zukommen lassen. "Doch das wäre unser endgültiges Aus", sagt Vereinsvorsitzender Wolfgang Senger. Umweltstadtrat Matthias Köhne (SPD) bestätigte aber auf Nachfrage, man wolle dem Verein entgegenkommen. "Wir werden unsere Forderung nicht sofort erheben." Geprüft werde, ob der Verein die Summe in Raten zurückzahlen kann. Was die jährlichen Gebühren betrifft, habe das Bezirksamt bereits versucht, einen Ausnahme-Antrag für Grün-Gold zu stellen.

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