Grüne kritisieren Mängel an der Klimaanlage

Dicke Luft in der Staatsbibliothek

Uwe Aulich
2 Min

Die Grünen haben am Mittwoch den katastrophalen Zustand der Klimaanlage in der Staatsbibliothek in der Potsdamer Straße kritisiert. Sie halten die Raumluft in dem 1978 errichteten Haus für gesundheitlich bedenklich. "In den Klimaanlagen gibt es Dämmplatten aus mineralischen Fasern. Die meisten Platten sind schon zu 40 Prozent aufgelöst, die Fasern werden in die Raumluft der Bibliothek abgegeben", sagt Claudia Hämmerling von den Grünen. Mineralfasern, die vor 1993 hergestellt wurden, gelten jedoch als krebsverdächtig. Die Benutzer der Bibliothek seien gezwungen, diese einzuatmen, sagt Hämmerling. Die Grünen fordern deshalb, dass die Platten unverzüglich ausgebaut werden. Die Funktion der Klimaanlagen würde nicht beeinträchtigt.Die Staatsbibliothek wird täglich von etwa 3 000 Lesern genutzt, rund 500 Beschäftigte arbeiten dort. Mitarbeiter klagen immer wieder über gesundheitliche Probleme, vor allem die, die bereits ein geschwächtes Immunsystem haben sowie Allergiker. Um in den Sälen und Räumen für gute Luft zu sorgen, gibt es in dem Haus 74 Klimaanlagen. Die Dämmplatten darin dienen dazu, nach dem Abkühlen der Luft die Geräusche des Luftzugs zu mindern.Die Staatsbibliothek weist die Kritik der Grünen zurück. "Das sind normale Abnutzungserscheinungen", sagt Jeanette Lamble, die Sprecherin der Staatsbibliothek. Bis zum Mai seien 17 Anlagen gereinigt worden, an denen Experten des Instituts für Lufthygiene die größten Mängel festgestellt hatten. Wie die Sprecherin sagt, wird die Stiftung Preussischer Kulturbesitz Anfang 2005 mit der Erneuerung der Klima- und Haustechnik beginnen. Die dafür erforderlichen 63,3 Millionen Euro wurden jetzt genehmigt. Die Arbeiten finden bei laufendem Bibliotheksbetrieb statt. (ua.)

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