150 Jahre Berliner Ringbahn

Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Was die Berliner über den Ring wissen sollten

Ein vergessenes Museumsprojekt, Sauftouren, ein Roman aus dem Berliner Alltag und die dunkle Seite des Güterbahnhofs Moabit: Fakten zu 150 Jahren Ringbahn.

8 Min
Als der Ring im Westen Berlins in Agonie lag: ein historisches Bild aus dem Jahr 1978. Vor der Kulisse des Westhafens wartet ein S-Bahn-Zug im Bahnhof Beusselstraße auf die Abfahrt. 

Als der Ring im Westen Berlins in Agonie lag: ein historisches Bild aus dem Jahr 1978. Vor der Kulisse des Westhafens wartet ein S-Bahn-Zug im Bahnhof Beusselstraße auf die Abfahrt. 

© Sammlung Sven Heinemann/Burkhard Wollny

Als der S-Bahn-Ring brach lag. Kaum vorstellbar, dass die S-Bahnen im Westen Berlins auch auf dem Ring einst fast leer über die Gleise polterten. Doch es war so, viele Jahre lang. Wer im 1981 erschienenen Berlin-Klassiker „Stadtbahn-Bilder“ von Alfred Behrens und Volker Noth blättert, wird erstaunt sein: Fahrgäste sind auf den Fotos kaum zu sehen, neben den verlorenen wirkenden alten Zügen wuchert üppiges Grün. Bis 1984 wurde die S-Bahn auch in West-Berlin von der Deutschen Reichsbahn der DDR betrieben, und es gab immer wieder Boykottaufrufe: „Meidet die sowjetzonale S-Bahn!“ Die BVG richtete auf der Stadtautobahn parallel zum Ring Buslinien ein. Nach dem Reichsbahnerstreik 1980 nahm man den S-Bahn-Verkehr auf dem gesamten Ringabschnitt im Westen Berlins zwischen Gesundbrunnen, Westkreuz und Sonnenallee nicht wieder auf. 1993 wurde mit Westend-Neukölln ein erstes Teilstück wieder belebt. Komplett war der Vollring erst wieder 2002 – 41 Jahre nach der Trennung in zwei Teile.

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