ARD-Sendung

Gründet Habeck eine neue Partei mit Ex-Verkehrsminister? Grünen-Politiker äußert sich zu Gerüchten

Der frühere Vizekanzler Robert Habeck war in der ARD-Talkshow zu Gast. Dort spricht er über ein Polit-Comeback und Kanzler Merz.

4 Min

Robert Habeck hat Gerüchte über eine neue Partei deutlich zurückgewiesen. „Da ist nichts dran“, sagte der frühere grüne Vizekanzler am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Caren Miosga“.

Ungefähr hundertmal sei er vor dem Auftritt auf die Spekulation angesprochen worden, erzählte der Grünen-Politiker. Im Umlauf war die Idee, er könne gemeinsam mit dem früheren Verkehrsminister Volker Wissing eine neue politische Kraft gründen. Habeck hält davon nichts – und blieb auch bei der Frage nach seiner Parteitreue eindeutig. Für eine Rückkehr in die Politik sieht er derzeit keinen Anlass. Dafür fand er umso schärfere Worte für Friedrich Merz und die CDU.

Woher die Spekulation über Habeck und Wissing stammt

Auf die Nachfrage der Moderatorin reagierte Habeck knapp. Er könne lang begründen, warum er die Idee für Unsinn halte, sagte er. „Aber wenn Sie es kurz haben wollen: Nein, da ist nichts dran.“ Sehr viele Menschen hätten ihm zuletzt Nachrichten geschickt und gefragt, ob an den Spekulationen etwas dran sei. Seine Antwort blieb dieselbe. Auf die Abschlussfrage, ob er seiner Partei treu bleibe, antwortete er nur: „Ja.“

Das Gerücht hatte zuvor die Journalisten Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld beschäftigt. In ihrem Polit-Podcast „Machtwechsel“ hatten sie über entsprechende Spekulationen berichtet.

Demnach könnten Habeck und Volker Wissing – früher FDP, heute parteilos – eine neue Partei ins Leben rufen, womöglich zusammen mit jemandem, der die CDU verlasse. „Das ist etwas, was auf der Gerüchteebene durchaus durch Berlin geistert“, hieß es dort. Belege dafür nannte niemand. Habeck selbst wies die Idee zurück.

Will Habeck zurück in die Politik?

Vor dem Partei-Thema hatte Miosga gefragt, ob Habeck ein Comeback plane. „Das kann ich mir im Moment nicht vorstellen“, antwortete er. „Es gibt keine Pläne, es gibt keine Strategien, und es gibt auch kein Verlangen, in die Politik zurückzugehen.“

Ein Comeback auf lange Sicht schloss er damit allerdings nicht vollständig aus. Die Formulierung „im Moment“ ließ eine Hintertür offen.

Deutliche Worte für Merz und die CDU

Die neue Distanz zur Politik nutzte Habeck für eine Abrechnung. Die CDU sei die Hauptleidtragende der aktuellen Verschiebungen, sagte er. „Die CDU hat Grund zur Beunruhigung“, so Habeck – auch weil sich viele Wahlversprechen als falsch erwiesen hätten.

Merz warf er fehlenden Rückhalt in den eigenen Reihen vor: Anders als er selbst habe der Kanzler seine Leute „offensichtlich gar nicht mehr“ hinter sich. Und manche Medien hätten Merz „ganz schön hochgeschrieben“.

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Habeck: „Angst, dass uns das System auseinanderfliegt“

Besorgt äußerte sich Habeck über den Zustand der politischen Mitte. „Man muss ja wirklich sagen, dass wir Angst haben müssen, dass uns das System auseinanderfliegt“, warnte er.

Es reiche nicht, einzelne Streitthemen wie die Rente mit 63 oder die Wärmepumpe zu lösen, um die politischen Ränder zu stoppen. Der Mitte riet er zu weniger defensiver Sprache und einem eigenen Zukunftsplan.

Zudem äußerte sich Habeck über den Antisemitismus in der Berliner Linken und über die Schwierigkeit, sich zu den – so seine Worte – „Kriegsverbrechen“ der israelischen Regierung in Gaza zu äußern.

Keine Reue für Söder- und Klöckner-Kritik

Seine scharfen Aussagen aus dem Jahr 2025 nahm Habeck nicht zurück. Damals hatte er sich rund um den eigenen Rückzug gegenüber der taz über Markus Söder und Julia Klöckner geäußert.

„Das war das erste Interview der Freiheit. Da konnte ich mal sagen, was ist“, ordnete er das Gespräch ein. Darin hatte er Söder „fetischhaftes Wurstgefresse“ vorgeworfen und Klöckner als „Fehlbesetzung“ bezeichnet.

Habecks neues Buch über die Arktis

Beruflich hat Habeck andere Pläne. Am Donnerstag erscheint sein Buch „Arctic Meltdown: Die Neuvermessung der Welt“, in dem es um das Interesse der Großmächte an der Arktis geht.

In den kommenden Wochen und Monaten werde er den Diskurs darüber auf verschiedenen Bühnen vertreten, kündigte er an. Und danach? „Schreibe ich vielleicht das nächste.“

Aus der Politik hatte sich Habeck im Spätsommer 2025 zurückgezogen. Im Juli wurde zudem bekannt, dass er als Berater für die dänische Investmentfirma Urban Partners arbeitet.

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