Beim US-Kreuzfahrtkonzern Carnival Corporation haben Unbekannte interne Systeme angegriffen und Daten von Millionen Reisenden kopiert. Zur Carnival-Gruppe gehört auch die deutsche Reederei Aida Cruises mit Sitz in Rostock.
Nach Unternehmensangaben sind Daten von rund sechs Millionen Kundinnen und Kunden dem Hackerangriff abgeflossen. Zu dem Konzern mit Hauptsitz in Miami gehören neben Aida Cruises auch Costa Crociere, Holland America, Cunard und Princess Cruises.
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Hackerangriff: Mitarbeiter wurde offenbar getäuscht
Die Angreifer verschafften sich laut Carnival am 18. April über das Konto eines Mitarbeiters Zugang zu internen Systemen. Vier Tage später bemerkte das Unternehmen ungewöhnliche Aktivitäten und stellte fest, dass Daten kopiert worden waren. Der Konzern beschrieb den Vorfall in einer Mitteilung als sogenannten Social-Engineering-Angriff. Dabei werden Beschäftigte getäuscht, um an deren Zugangsdaten zu gelangen, statt eine technische Sicherheitslücke auszunutzen.
Carnival teilte mit, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass personenbezogene Daten von Aida-Kunden betroffen seien. Welche Tochterunternehmen oder Länder konkret betroffen sind, nannte der Konzern nicht.
Nach einer Auswertung des veröffentlichten Datensatzes durch den Dienst „Have I Been Pwned“ zählen zu den abgeflossenen Informationen unter anderem Namen, Geburtsdaten, E-Mail-Adressen, Geschlecht, geografische Angaben, Passnummern, Führerscheindaten sowie Daten aus Treue- und Bonusprogrammen. Betroffene Kundinnen und Kunden seien bereits informiert worden, hieß es von Carnival. Für US-Bürger biete der Konzern zwei Jahre lang kostenlosen Kredit- und Identitätsschutz an.
Zu der Tat bekannte soll sich Medienberichten zufolge die Erpressergruppe ShinyHunters bekannt haben. Diese gibt an, deutlich mehr interne Daten kopiert zu haben, als der Konzern bislang einräumt. Carnival hat das bislang nicht offiziell bestätigt. Es ist nicht der erste Sicherheitsvorfall bei dem Kreuzfahrtkonzern. In den vergangenen Jahren meldete Carnival mehrere Angriffe, bei denen persönliche und teils finanzielle Daten von Kunden und Beschäftigten betroffen waren. Aida Cruises und Costa Crociere waren bereits 2020 Ziel eines Hackerangriffs. Damals waren Bordsysteme betroffen, mehrere geplante Schiffsreisen mussten kurzfristig abgesagt werden.
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