Nordirland

Häuser brennen in Belfast, Migranten fliehen – ein Rückschritt in der Geschichte?

Cathal McManus forscht zu Extremismus in der früheren Konfliktregion. Er erklärt, was der alte Bürgerkrieg mit der Gewalt gegen Migranten zu tun hat.

Cedric Rehman
Cedric Rehman
5 Min
Belfast nach den Ausschreitungen: Ein Passant geht an einem angegriffenen Supermarkt vorbei.

Belfast nach den Ausschreitungen: Ein Passant geht an einem angegriffenen Supermarkt vorbei.

© Natalia Campos

Manche Nordiren fühlen sich an dunkle Zeiten erinnert. Nach dem brutalen Angriff eines 30-jährigen Sudanesen auf einen Mann im Norden Belfasts brannten Häuser von Migranten und die Bewohner mussten fliehen. Anfang der 70er-Jahre erlebten die Nordiren selbst Vertreibungen. Zehntausende mussten aus Wohnvierteln flüchten, weil ein Mob aus der anderen Bevölkerungsgruppe sie bedrohte. Der Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten endete 1998. Neue Gewalt richtet sich nun gegen Einwanderer. Der Konflikt- und Extremismusforscher Cathal McManus von der Queens-Universität in Belfast gilt als Kenner gewaltbereiter Gruppen in Nordirland. Er warnt vor dem Einfluss der Paramilitärs auf die Proteste.

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