Das Problem ist nicht nur die Menge der Aufgaben. Es ist die Verantwortung, wissen zu müssen, was als Nächstes zu tun ist: Welche Leistung kann beantragt werden? Wer ist zuständig? Was lässt sich kombinieren? Welche Unterstützung passt zur Situation zu Hause?
An welchen Stellen stoßen Angehörige im Pflegesystem tatsächlich an Grenzen? Auf diese Frage antwortet die Untersuchung, die im Februar 2026 von Civey im Auftrag von ATERIMA CARE durchgeführt wurde. Befragt wurden 1000 Menschen in Deutschland, die Angehörige pflegen oder einen Angehörigen mit Pflegebedarf haben.
85,7 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass die Pflege ihrer pflegebedürftigen Angehörigen emotional belastend ist. Überforderung entsteht also nicht erst bei körperlich anstrengenden Aufgaben, sondern auch durch Entscheidungen, Organisation und das Gefühl, für vieles gleichzeitig verantwortlich zu sein.
Entlastung für Angehörige: Wenn Ansprüche nicht ankommen
66,3 Prozent der Befragten fühlen sich durch die Pflegeversicherung nicht ausreichend über bestehende Pflege- und Betreuungsangebote informiert. Gleichzeitig haben 57,2 Prozent den Eindruck, gesetzliche Leistungen nicht vollständig auszuschöpfen.
Bei Familien mit Kindern steigt dieser Anteil auf 68,2 Prozent. Wer Beruf, Familie und die Unterstützung eines älteren Angehörigen gleichzeitig organisiert, hat wenig Zeit, zusätzlich Zuständigkeiten, Nachweise und Anträge zu durchdringen.
Darin zeigt sich ein strukturelles Problem: Unterstützung kann nur entlasten, wenn Familien wissen, was ihnen zusteht und wie sie darauf zugreifen können. Solche Befragungen sollen deshalb nicht bestätigen, dass Familien ein bestimmtes Betreuungsmodell brauchen. Sie sollen zeigen, wo vorhandene Unterstützung nicht ankommt – und warum.
Familie spricht über Entlastung, Pflegeberatung und Betreuung zu Hause.
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Betreuung zu Hause: Warum Hilfe häufig spät kommt
Die hohe Belastung führt nicht automatisch dazu, dass Familien frühzeitig umfassendere Unterstützung nutzen. Auf die konkrete Frage der Untersuchung nach einer „24-Stunden Zuhause-Betreuung“ antworteten nur 7,2 Prozent, dass sie ein solches Modell in den vergangenen zwei Jahren eingesetzt hatten.
Auch die Sprache rund um diese Angebote ist nicht immer eindeutig. Im Internet wird häufig nach „24-Stunden-Pflege“ gesucht. Der Marktbegriff wird jedoch oft für Betreuungslösungen verwendet und ist nicht mit medizinischer Pflege gleichzusetzen.
Gemeint ist für viele Familien vielmehr eine professionell organisierte häusliche Betreuung, die den Alltag zu Hause stabilisiert und Angehörige entlastet.
Entscheidend ist nicht, möglichst früh irgendeine Leistung zu buchen. Zuerst muss klar sein, welche Unterstützung tatsächlich gebraucht wird und welche vorhandenen Leistungen sinnvoll zusammenpassen.
Viele Hilfen, wenig Orientierung: Warum Entlastung oft Stückwerk bleibt
Die Ergebnisse legen nahe, dass fehlende Entlastung nicht allein mit einem Mangel an Unterstützungsangeboten zu erklären ist. Entscheidend ist auch, ob Familien wissen, welche Hilfe zu ihrer Situation passt, welche Leistungen ihnen zustehen und wie sich verschiedene Angebote miteinander verbinden lassen.
Gerade wenn der Unterstützungsbedarf wächst, greifen Beratung, Leistungen der Pflegekasse, ambulante Angebote und Betreuung im Alltag häufig ineinander. Für Angehörige entsteht daraus jedoch schnell eine zusätzliche Koordinationsaufgabe.
Eine häusliche Betreuung kann dabei ein Baustein sein – ebenso wie andere Formen professioneller Unterstützung. Entscheidend ist weniger ein einzelnes Modell als die Frage, ob daraus eine verlässliche Struktur entsteht, die zum Alltag des älteren Menschen und seiner Familie passt.
Häusliche Betreuung braucht mehr als eine einzelne Leistung
Die Ergebnisse zeigen eine Lücke zwischen vorhandener Unterstützung und ihrer tatsächlichen Nutzung. Orientierung ist deshalb ein wesentlicher Teil wirksamer Entlastung. Wer Familien helfen will, muss verstehen, wo ihr Alltag kompliziert wird und welche Unterstützung sich konkret verbinden lässt.
Für ATERIMA CARE liegt genau darin eine zentrale Erkenntnis aus solchen Untersuchungen: Familien brauchen nicht nur einzelne Leistungen, sondern Orientierung darüber, welche Unterstützung in ihrer konkreten Situation sinnvoll ist. Die Forschung soll nicht bestätigen, dass Familien ein bestimmtes Betreuungsmodell brauchen. Sie soll sichtbar machen, wo Unterstützung heute nicht ankommt – und warum. Wer sich mit den Möglichkeiten einer häuslichen Betreuung mit persönlicher Beratung beschäftigt, findet bei ATERIMA CARE einen Ansatz, der Betreuung und Orientierung zusammendenkt.
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