Bauprojekt

Hafenbau an der Ostsee: Polnisches Gericht weist Beschwerde deutscher Umweltschützer zurück

Polen will ein neues Tiefwasser-Containerterminal bauen. Nun hat das Oberste Verwaltungsgericht des Landes eine Beschwerde deutscher Umweltschützer zurückgewiesen.

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Ein Containerschiff vor Świnoujście (Symbolbild)

Ein Containerschiff vor Świnoujście (Symbolbild)

© Richard Wareham/imago

Der Bau des geplanten Tiefwasser-Containerhafens im polnischen Świnoujście (Swinemünde) soll fortgesetzt werden. Der Oberste Verwaltungsgerichtshof (NSA) wies eine Beschwerde der deutschen Umweltorganisation Lebensraum Vorpommern wegen Umweltbedenken zurück. Das erklärte der polnische Vizeminister für Infrastruktur, Arkadiusz Marchewka, laut den polnischen Medien TVP World und Polskie Radio.

Das Projekt Przylądek Pomerania soll nach Angaben von TVP World rund 2,3 Milliarden Euro kosten. Geplant sind demnach knapp drei Kilometer Kaianlagen, ein 17 Meter tiefes Hafenbecken sowie ein 1,3 Kilometer langer Kai für das Containerterminal. Rund 186 Hektar Land sollen aufgeschüttet werden. Der Bau hatte dem Bericht zufolge im Juni dieses Jahres begonnen.

In seiner mündlichen Urteilsbegründung habe das Gericht die Einwände der deutschen Organisation als unbegründet bewertet, heißt es auf der Projektseite von Przylądek Pomerania. Marchewka erklärte, die Arbeiten würden fortgesetzt. „Wir bauen Przylądek Pomerania – die größte Investition in der Geschichte des Hafens von Świnoujście und der gesamten Westküste“, schrieb er nach Angaben von TVP World in sozialen Medien.

Was kritisierten die Umweltschützer?

Nach Angaben von TVP World kritisiert die Gruppe unter anderem eine aus ihrer Sicht unzureichende Untersuchung des Meeresbodens auf mögliche Munitionsbelastungen sowie mögliche Auswirkungen des Projekts auf die Ostsee und geschützte Gebiete. Bereits im August 2025 hatte ein Verwaltungsgericht in Warschau entsprechende Beschwerden, die dem Bericht zufolge von polnischen Umweltorganisationen unterstützt wurden, zurückgewiesen.

Die Bürgerinitiative Lebensraum Vorpommern hatte in einer Stellungnahme im Juni zudem Bedenken hinsichtlich umfassender Umweltauswirkungen in der Gegend geäußert, etwa Belastungen für Wasserqualität, Meeresboden sowie die Tier- und Pflanzenwelt. Kumulative Auswirkungen des Vorhabens seien „nicht ausreichend berücksichtigt“ worden, heißt es auf der Website.

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Laut TVP Info soll das geplante Terminal die größten Containerschiffe der Welt aufnehmen und bis zu zwei Millionen Container pro Jahr umschlagen können. Nach Angaben des Senders ist die Fertigstellung für 2030 vorgesehen; TVP World nennt 2029 als Zeitpunkt für den voraussichtlichen Abschluss der Bauarbeiten.

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