Designgeschichte

Letzte Chance: DDR-Möbelschau in Sachsen-Anhalt endet Sonntag

Nur noch bis Sonntag zeigt das Stadtmuseum Halle Kunststoffmöbel aus der DDR, vom Garten-Ei bis zum Z-Stuhl.

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Kunststoffmöbel aus Ost und West: Die Ausstellung im Stadtmuseum Halle ist nur noch bis Sonntag zu sehen.

Kunststoffmöbel aus Ost und West: Die Ausstellung im Stadtmuseum Halle ist nur noch bis Sonntag zu sehen.

© Jens Kalaene/GettyImages

Wer die Kunststoffmöbel der DDR noch im Museum sehen will, muss sich beeilen: Die Sonderausstellung „PURe VISIONEN. Kunststoffmöbel zwischen Ost und West“ im Stadtmuseum Halle endet am Sonntag. Seit der Eröffnung Mitte Juni kamen nach Angaben der Stadt schon mehr als 6300 Besucher. Geöffnet ist noch Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

Im Mittelpunkt stehen Möbel aus dem Kunststoff Polyurethan, kurz PUR, darunter das legendäre Garten-Ei und der Z-Stuhl. Die Schau zeigt, wie Entwürfe, Herstellung und politische Interessen in Ost und West zusammenwirkten. So entwarf der Designer Peter Ghyczy das Garten-Ei für ein westdeutsches Unternehmen, gefertigt wurde es ab Anfang der Siebziger im Auftrag im VEB Synthesewerk Schwarzheide in der Lausitz, wo die Produktion deutlich günstiger war – und dann in Ost und West verkauft. Zu sehen sind außerdem Entwurfszeichnungen, Werbematerial, Fotos und Materialproben. Die Ausstellung fragt auch, was sich aus der damaligen Begeisterung für Kunststoff für nachhaltiges Gestalten heute lernen lässt.

Zeitzeugen teilen ihre Erinnerungen

Besucher können selbst Möbel entwerfen und einen sogenannten „10-Minuten-Stuhl“ bauen, Hunderte davon sind nach Angaben des Museums entstanden. Viele hinterließen zudem persönliche Erinnerungen und Anekdoten. Zum Begleitprogramm kamen auch Zeitzeugen aus der Chemieindustrie und dem Design, darunter ein früherer Mitarbeiter des Designers Rudolf Horn.

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Museumsdirektorin Jane Unger zeigte sich erfreut, dass die Mitmachstationen bei Jung und Alt gut ankamen. Man wolle Besucher nicht nur zum Entdecken anregen, sondern aktiv einbeziehen, auch mit Blick auf die Industriegeschichte Halles. Angeboten wurden zudem Führungen in Gebärdensprache, für Blinde und Sehbeeinträchtigte sowie in einfacher Sprache; für viele Teilnehmer war es dem Museum zufolge der erste Museumsbesuch überhaupt.

Halle ergänzt Wanderausstellung um eigenen Teil

Erarbeitet haben die Wanderausstellung das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Museum Utopie und Alltag in Eisenhüttenstadt. In Halle kam ein eigener Teil hinzu, der die Möbel mit der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und der Chemieindustrie der Region verbindet. Gewidmet ist er unter anderem dem Burg-Professor Rudolf Horn (1929–2025), der als „Mister Ikea des Ostens“ galt.

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Ein Aufruf des Museums brachte zudem zwei neue Stücke in die Sammlung: eine gelb-grau gestreifte Strandmatte aus dem VEB Germaplast in Halle-Ammendorf und einen Z-Stuhl aus der früheren Kantine der Buna-Werke. Beide übergaben ehemalige Beschäftigte, die Strandmatte ist noch in der Ausstellung zu sehen. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, Kinder bis 14 Jahre zahlen nichts.

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