Tierquälerei

Halter vergiften und strangulieren Hund in Pößneck – Polizei ermittelt

Nach dem Tod eines Hundes im Saale-Orla-Kreis ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Polizei hat den Hund exhumiert und anschließend untersucht.

OAZ
3 Min
Der tote Hund wurde von den Polizisten exhumiert, damit er untersucht werden konnte.

Der tote Hund wurde von den Polizisten exhumiert, damit er untersucht werden konnte.

© Karina Hessland/IMAGO

Nach dem Tod eines Hundes in Pößneck im Saale-Orla-Kreis ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen eine 21-jährige Frau und einen 41-jährigen Mann. Die beiden Beschuldigten sollen das Tier nach Polizeiangaben im November 2025 mit Medikamenten vergiftet und anschließend stranguliert haben. Gegen sie wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet.

Der tote Hund wurde von Polizisten exhumiert und anschließend untersucht. Seitdem ermittelt die Kriminalpolizeiinspektion Saalfeld gemeinsam mit dem Veterinäramt des Saale-Orla-Kreises in dem Fall.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe sprach das Veterinäramt gegen beide Beschuldigten ein Tierhaltungsverbot aus, wie ein Sprecher des Landratsamtes mitteilte. Hinweisen auf mögliche Verstöße gegen dieses Verbot werde nachgegangen, hieß es weiter.

Großes Echo in den sozialen Medien

Der Fall wird derzeit in den sozialen Medien breit diskutiert. Nach Angaben des Landratsamtes gingen allein am Montag Hunderte Anrufe und E-Mails beim Veterinäramt ein. Ein Tierschützer, der als „Alex Löwenherz“ in den sozialen Medien unterwegs ist, hatte den tragischen Fall des Vierbeiners aus Pößneck öffentlich gemacht und dabei auch die Identitäten der beiden mutmaßlichen Tierquäler veröffentlicht.

Wie ein Polizeibeamter erklärte, sei die Kriminalpolizei bereits seit Dezember an dem Fall dran. Stattgefunden habe der Vorfall demnach bereits im November 2025. Das große öffentliche Interesse entstand jedoch vor allem in Reaktion auf das Video des Tierschützers „Alex Löwenherz“. Wie die Behörden erklärten, decke sich das, was der Tierschützer öffentlich gemacht hat, weitgehend mit dem Stand der Ermittlungen.

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Demnach sei der Hund über einen längeren Zeitraum vergiftet worden, indem man ihm beispielsweise Spülmaschinentabs verabreichte. Später soll die 21-Jährige den Hund in der Küche aufgehängt und während der Tötung ihres Hundes Textnachrichten an den 41-Jährigen geschrieben haben, in denen sie beschreibt, wie sie den Hund tötete. „Fast 10 min“, „Kann’s nicht mehr halten gleich“, schreibt die 21-Jährige beispielsweise. In weiteren Nachrichten schreibt sie: „Musste nachhelfen“. „Alles zerkratzt und voller Pisse.“ „Bah.“ „Und ich hab jetzt Rückenschmerzen.“

Halterin ist inzwischen weggezogen

Eine Polizeisprecherin bestätigte gegenüber inSüdthüringen.de, dass es sich dabei nicht um eine Schauergeschichte handle, sondern um bittere Realität. Von Seiten des Veterinäramts heißt es, dass die Halterin inzwischen aus dem Saale-Orla-Kreis weggezogen sei. Das Amt sei im Dezember 2025 durch Anzeigen zweier Tierschutzvereine auf den Fall aufmerksam geworden und habe daraufhin in enger Abstimmung mit der Polizei umgehend eigene Ermittlungen aufgenommen. Zudem leitete das Veterinäramt Verfahren zu Tierhaltungsverboten gegen beide Personen ein und setzte diese auch um.

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