Erst die Lange Nacht des Shoppings in der City West am Sonnabend und dann der verkaufsoffene Sonntag: Berlin steht das größte Einkaufswochenende dieses Jahres bevor. Am Sonnabend sind bis Mitternacht 200 Geschäfte rund um den Breitscheidplatz geöffnet, am Sonntag erwarten im gesamten Stadtgebiet mehr als 1 500 Läden und Warenhäuser ihre Kunden. "Wir rechnen mit hohen Umsätzen", sagt Klaus Fischer vom Berliner Einzelhandelsverband. Für den Einzelhandel ist das Shopping-Wochenende zugleich ein Experiment. Denn es ist der Auftakt für die Tourismus-Marketing-Aktion "Winterzauber Berlin" und soll vor allem Touristen in die Stadt holen. "Die Hotels sind gut ausgelastet", sagt Natascha Kompatzki, die Sprecherin der Berlin Tourismus Marketing (BTM). Allerdings gebe es noch ausreichend Reserven. Die BTM hofft, dass sich noch viele Touristen kurzfristig entscheiden nach Berlin zu kommen. Die Veranstalter der Langen Nacht des Shoppings rechnen mit bis zu 600 000 Besuchern. Neben den Geschäften rund um Kudamm und Tauentzienstraße beteiligen sich auch das KaDeWe und Wertheim an der Aktion, die einst ins Leben gerufen wurde als eine Art Protest gegen das Ladenschlussgesetz. Und sie ist wie Veranstalter Tommy Erbe sagt, Hilfe zur Selbsthilfe: "Die Umsätze sind in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen." Mit der Shopping-Nacht könnten die Händler diese Ausfälle kompensieren. Dass in Berlin die Geschäfte am Sonntag öffnen dürfen, hängt mit den jedem Bundesland zustehenden Sonderöffnungszeiten zusammen. Die Behörden wählen vier Sonntage pro Jahr aus, an denen die Geschäfte geöffnet werden dürfen. Anlass an diesem Wochenende sind neben den Berliner Märchentagen und dem Jazzfest das Militärmusikfestival und der Berlin Cross Countrylauf. Die Berlin Tourismus Marketing fordert indes mehr Shopping-Wochenenden. "Es kann nicht sein, dass Sonnabendnachmittag in vielen Gegenden die Bürgersteige hochgeklappt werden", sagt Sprecherin Kompatzki. Spätestens zur Fußballweltmeisterschaft 2006 müsste der Ladenschluss vollständig gekippt werden. "Je länger die Geschäfte geöffnet sind, umso besser ist das für den Tourismus."Unterdessen erwägt die Senatswirtschaftsverwaltung tatsächlich eine spürbare Lockerung des Ladenschlusses. "Sobald das Ladenschlussgesetz Ländersache wird, werden wir unseren Spielraum nutzen", sagt Christoph Lang, der Sprecher von Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS). Dann können Ladenbesitzer montags bis sonnabends selbst entscheiden, wann sie ihre Geschäfte schließen. "In einigen Gegenden wird sich das rechnen", sagt Lang. Vor allem Touristen solle ein Anreiz gegeben werden, zum Shoppen nach Berlin zu kommen und "bei uns Geld auszugeben". Wann der Ladenschluss verändert wird, ist noch unklar. Auch müsse noch mit den Gewerkschaften und dem Einzelhandelsverband gesprochen werden.------------------------------Kaufhäuser und Center geöffnet // Am Sonntag sind Geschäfte von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Eine Auswahl:City Ost: Galeria Kaufhof am Alex, Dussmann (Friedrichstraße)City West: Potsdamer-Platz-Arkaden, Neues Kranzler Eck, Saturn (Potsdamer Platz)Weitere: Galeria Kaufhof in den Gropius- Passagen, Gesundbrunnen-Center, Saturn Märkische Zeile, Kaufland Johannisthaler Chaussee, Kaufland Am Juliusturm, Saturn Schlossstraße, Flamme Möbel (Freiheit 4), Spandau-Arcaden, Gropius-Passagen, Ikea, Neukölln-Arcaden (Karl-Marx-Str.), Möbel Hübner (Genthiner Str.), Galeria Kaufhof am Ostbahnhof, Kaufhof am Anton-Saefkow- Platz, Galeria Kaufhof im Linden-Center (Prerower Platz), Biesdorf-Center (Elsterwerdaer Platz), Kaufland Breite Straße (Pankow), Kaufland Schnellerstraße, Zentrum Schöneweide, Rathaus-Center (Breite Straße, Pankow), Kaufpark Eiche (Landsberger Chaussee), MediMax (Bahnhofstr./Köpenick), Marktplatzcenter (Hellersdorf), Media-Markt Schöneweide
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]