Ausbildung

Handwerks-Ausbildung wird in MV beliebter – Doch bundesweit gehen mehr als 70.000 Stellen verloren

In Mecklenburg-Vorpommern werden im Handwerk mehr neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Auf Bundesebene sieht es schlechter aus: 73.000 Arbeitsplätze sind in einem Jahr weggefallen.

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In Mecklenburg-Vorpommern lassen sich mehr junge Menschen handwerklich ausbilden, doch die Branche hat ein Problem. (Symbolbild)

In Mecklenburg-Vorpommern lassen sich mehr junge Menschen handwerklich ausbilden, doch die Branche hat ein Problem. (Symbolbild)

© Oliver Berg/dpa

Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet kurz vor den Sommerferien ein deutliches Plus von 11,2 Prozent bei den neuen Ausbildungsverträgen. Während regional vor allem Kfz- und Klimaberufe gefragt sind, schlägt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bundesweit Alarm: Wegen der schwierigen Wirtschaftslage fielen im Jahresvergleich rund 73.000 Arbeitsplätze weg. Der ZDH fordert nun dringende Entlastungen bei den Lohnzusatzkosten.

Plus bei Ausbildungen in MV: Kfz- und Klimaberufe gefragt

Im Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern sind in diesem Jahr bislang 972 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. Das sind 11,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum mit 874 Verträgen, wie die Handwerkskammern des Landes mitteilten. Insgesamt bilden derzeit mehr als 2400 Betriebe rund 5000 junge Menschen aus, davon 848 Frauen.

Spitzenreiter bei den Ausbildungsberufen ist weiterhin das Kfz-Handwerk mit 253 neuen Verträgen. Stark gefragt sind laut Kammer auch die Klimaberufe: Im Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik wurden landesweit 96 neue Verträge registriert. Für den ländlichen Raum sei zudem die Entwicklung beim Land- und Baumaschinenmechatroniker mit 55 neuen Verträgen ein wichtiges Signal.

Tipp für die Sommerferien: Praktika als Einstieg ins Handwerk

„Die aktuelle Zwischenbilanz zeigt, dass das Handwerk bei jungen Menschen zunehmend gefragt ist“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Axel Hochschild. Der Präsident der Handwerkskammer Schwerin, Uwe Lange, riet unentschlossenen Jugendlichen zu Praktika in den Sommerferien. Beim Anteil weiblicher Auszubildender sehen beide Kammerpräsidenten weiterhin „Luft nach oben“.

Wer noch unentschlossen ist, dem raten die Kammern zu einem Ferienpraktikum. „Die Sommerferien bieten eine gute Gelegenheit, verschiedene Handwerksberufe unverbindlich kennenzulernen“, so der Präsident der Handwerkskammer Schwerin, Uwe Lange. Ein Praktikum verschaffe nicht nur einen realistischen Einblick in den Berufsalltag, sondern sei für viele Jugendliche auch der direkte Einstieg in eine spätere Ausbildung – und für die Betriebe eine Chance, frühzeitig passenden Nachwuchs zu finden.

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73.000 Jobs weg: Bundesverband fordert Entlastung bei Sozialabgaben

Während die Ausbildungszahlen im Nordosten zulegen, zeichnet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bundesweit ein deutlich trüberes Bild. Die wirtschaftliche Lage im Handwerk habe sich verschlechtert, sagte ZDH-Präsident Jörg Dittrich der Deutschen Presse-Agentur. Die Umsatzentwicklung sei seit Jahresbeginn preisbereinigt negativ, der Hochbau stehe massiv unter Druck. Gegenüber dem Vorjahr gebe es im Handwerk 2025 rund 73.000 Arbeitsplätze weniger.

Dittrich forderte die Einsetzung einer Kommission zur Entlastung von Betrieben und Beschäftigten bei den Sozialabgaben. „Es muss explizit um das Thema gehen, wie die viel zu hohen Lohnzusatzkosten wieder verringert werden“, sagte er. Die Reformbemühungen der Bundesregierung seien zu würdigen, kämen in den Betrieben aber bislang nicht an.

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