Hans-Jürgen Förster schrieb Polizeigeschichte

Vorzeitiger Dienstschluß für "Johnny"

lo
2 Min

Der Leitende Polizeidirektor Hans-Jürgen Förster ist international bekanntgeworden. Zu Zeiten des Mauerbaus 1961 hatte er einer Ostberlinerin bei der Flucht in den Westen geholfen. Die Frau war damals aus dem Fenster gesprungen, und ein Fotograf hatte die Hilfsaktion im Bild festgehalten. Weltweit wurde das Foto veröffentlicht. Kurz bevor die Mauer fiel, verhandelte er als erster Westberliner Polizist mit DDR-Grenzern am Checkpoint Charlie. Förster hat ein bewegtes Berufsleben hinter sich. Seit gestern ist der 56jährige krankheitsbedingt im Ruhestand.Am wohlsten fühlte sich "Johnny" Förster immer dann, wenn er jungen Kollegen das polizeiliche Einmaleins beibringen konnte. Bei einer Hilfsaktion zog sich Förster eine schwere Rückenverletzung zu. Nach einem Verkehrsunfall hatte er ein beschädigtes Auto von der Straße gehoben. Trotz seiner vier goldenen Sterne auf den Schulterklappen schmeichelte es dem Ex-Polizeichef der Direktion 2, wenn er mit "Herr Wachtmeister" angesprochen wurde. Seinen Spitznamen "Johnny" verdankt Förster übrigens dem früheren US-amerikanischen Außenminister John Foster Dulles. "Früher riefen mich die Kollegen John Foster, später nur noch Johnny", erzählt der Familienvater. Privat, so verrät der Petri-Jünger, nennen ihn seine Freunde "Gustav". Bislang größter Fang des Hobby-Anglers: ein 1,60 Meter langer und 50 Kilogramm schwerer Dorado, den er vor Jahren aus der Karibik zog.38 Jahre Polizeidienst liegen nun hinter Hans-Jürgen Förster, der eigentlich - nomen est omen - Förster werden wollte. Langeweile wird der Pensionär auch künftig nicht haben. "90 Prozent meiner Bibliothek", so der Schutzmann a. D. "sind noch ungelesen." +++

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