Harte Zeiten für Sparer: Es mangelt an lukrativen Angeboten

Hennig Heine
3 Min

BERLIN, 14. März. Die Kurserholung am Aktienmarkt zum Ende der Woche hat viele Anleger ein wenig aufatmen lassen. Mehrere Prozent machte der Deutsche Aktienmarkt (Dax) innerhalb von zwei Tagen gut und stand am Freitagnachmittag zeitweise wieder deutlich über 2 400 Punkten. Lohnt schon wieder der Einstieg bei Aktien? Kategorisch "nein" sagen Experten wie Joachim Goldberg (siehe Interview).Bankenanalysten und Verbraucherschützer raten ebenfalls zur Vorsicht. Grund: Die Unsicherheit wegen der Irak-Krise. "Abwarten", lautet daher die Empfehlung von Aktienstratege Roland Ziegler von der Frankfurter ING-BHF-Bank. Auch bei der Verbraucherzentrale Berlin (VZB) heißt es: Sparer sollten erst einmal sehen, wie sich die Kurse in den nächsten Wochen bewegen. Lieber später bei größerer Sicherheit zu höheren Kursen kaufen, als jetzt zwar billig, aber mit großem Risiko einzusteigen, lautet gegenwärtig die Devise.Es gilt also, das Ersparte in anderen Anlageformen zu parken. Aber wohin mit dem Geld? Rentenpapiere fallen zumindest für Anleger, die kurz- und mittelfristig investieren wollen, derzeit aus. "Sie bieten zum Aktienmarkt keine Alternative", sagt der Rentenmarkt-Experte der DZ Bank, Thomas Meißner. Zwar werfen Festverzinsliche mit zehnjähriger Laufzeit gegenwärtig noch vier Prozent Rendite ab. Doch die Gefahr ist groß, dass die Preise demnächst purzeln.Wer jetzt kaufe, riskiere deutliche Kursverluste, so Meißner. Mau ist auch die Rendite von Renten mit kurzer Laufzeit. Sie liegt bei rund 2,5 Prozent. Auch der andere vermeintlich sichere Hafen bietet Investoren keine Gewähr mehr für Profite: Gold. Lange Zeit profitierte der Kurs des Edelmetalls von der unsicheren Weltlage. Von Oktober 2002 bis Anfang Februar schnellte er um mehr als 20 Prozent nach oben. Doch seit dem Hoch bei rund 380 Euro ging es steil bergab. Derzeit notiert Gold bei rund 330 Euro. Der Wertverfall hat auch die Kurse der Betreiber von Goldminen unter Druck gebracht. Der Dow-Jones-Edelmetallindex zum Beispiel hat seit Mitte Januar mehr als 20 Prozent verloren. Ähnliches gelte auch für die Krisengewinner-Aktien der Ölindustrie, sagt ING-BHF-Experte Ziegler.Angesichts der Renditeflaute rät der Finanzexperte der VZB, Peter Schütt, das Gesparte zunächst aufs Tagesgeld-Konto zu legen. Bei der Allgemeinen Deutschen Direktbank (Diba) zum Beispiel gibt es derzeit 3,5 Prozent, die DaimlerChrysler-Bank bietet 3,3 Prozent. Das Geld kann jederzeit abgehoben werden. Das Kapital ist laut Schütt über den Einlagensicherungsfonds der Banken geschützt.Den Erhalt des eingezahlten Geldes versprechen auch Garantiefonds. Zudem wird der Anleger an Kursgewinnen beteiligt - zumeist mit 60 bis 80 Prozent. Verbraucherschützer Schütt ist allerdings von Garantiefonds nicht besonders angetan: Die Kosten seien hoch und der Sparer stehe stets auf der Renditebremse. Eher in Frage komme ein Fonds-Sparplan, bei dem monatlich ab 50 Euro aufwärts in Aktien oder Renten investiert werden, und offene Immobilienfonds. Sie bringen derzeit rund vier Prozent.Laut ING-BHF-Experte Ziegler sollten einzelne Aktien aber nicht ganz aus dem Blickfeld geraten. In einigen Branchen gebe es durchaus Chancen auf Kursgewinne in den kommenden zwölf Monaten. Dazu zählten Pharmawerte und - trotz der zuletzt verheerenden Kursstürze - auch Versicherer. (hhe.)Tagesgeld-Vergleich im Internet:www.metafinanzen.de

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