Im dritten New Yorker Prozess gegen den früheren US-Filmproduzenten Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung hat Richter Curtis Farber am Freitag das Verfahren für gescheitert erklärt. Die Geschworenen konnten sich nach drei Tagen Beratung nicht auf ein einstimmiges Urteil einigen, wie die Nachrichtenagenturen AP und Reuters berichteten.
Die mehrheitlich männlich besetzte Jury in Manhattan hatte zu entscheiden, ob der 74-Jährige die Friseurin und Schauspielerin Jessica Mann im März 2013 in einem New Yorker Hotelzimmer vergewaltigt hat. Bereits nach wenigen Stunden am dritten Beratungstag teilten die Geschworenen in einer Mitteilung an das Gericht mit, sie könnten zu keiner einstimmigen Entscheidung gelangen. Farber forderte sie zunächst auf, die Beratungen fortzusetzen – ein in New York übliches Vorgehen. Eine Einigung kam dennoch nicht zustande.
Mann schilderte erzwungenen Sex
Mann sagte nach Angaben von AP an fünf Verhandlungstagen aus. Die heute 40-Jährige erklärte, sie habe sich zwar auf einvernehmliche sexuelle Kontakte mit dem damals verheirateten Weinstein eingelassen, an jenem Tag jedoch mehrfach Nein gesagt.
Weinsteins Verteidigung bezeichnete die Begegnung laut Reuters als einvernehmlich und verwies darauf, dass Mann den Kontakt zu Weinstein danach fortgesetzt habe. Die Anklage lautete auf Vergewaltigung dritten Grades. Weinstein selbst sagte im Prozess nicht aus.
Vorgeschichte mit mehreren Verfahren
Weinstein war 2020 in New York erstmals verurteilt worden, das oberste Gericht des Bundesstaates hob das Urteil jedoch auf. In einem Wiederaufnahmeverfahren im Juni 2025 sprach eine Jury in Manhattan ihn der sexuellen Nötigung der ehemaligen Produktionsassistentin Miriam Haley schuldig, sprach ihn jedoch im Fall des früheren Models Kaja Sokola frei. Im Vergewaltigungsvorwurf von Mann konnten sich die Geschworenen damals ebenfalls nicht einigen, was zum nun gescheiterten dritten Prozess führte.
Laut Reuters drohen Weinstein bei der noch ausstehenden Strafzumessung im Fall Haley bis zu 25 Jahre Haft. In Kalifornien wurde der Mitgründer des Filmstudios Miramax 2022 wegen Vergewaltigung zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt – gegen dieses Urteil legte er Berufung ein.
Weinstein, dessen Fall die #MeToo-Bewegung mit ausgelöst hatte, hat nach eigenen Angaben „falsch gehandelt“, bestreitet aber jeden Übergriff.
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