Die Wittenberger Schlosskirche steht ab dem 7. Oktober im Zentrum des Jubiläums „30 Jahre Welterbe“ der Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg. Bis zum Reformationstag lädt die Gemeinde zu Gottesdiensten, Konzerten, Führungen und Friedensgebeten ein. Unter dem Motto „Welterbe für alle“ kann die Kirche an mehreren Tagen kostenlos besichtigt werden.
Den Höhepunkt bildet der 31. Oktober, an dem Wittenberg traditionell an Luthers 95 Thesen von 1517 erinnert. In der Schlosskirche werden zwei Festgottesdienste gefeiert, einer davon mit einer Predigt des Hallenser Theologen Michael Domsgen. Am Abend folgt ein Konzert mit Lobgesängen aus fünf Jahrhunderten, gestaltet vom Bariton Rainer Weiss und Kirchenmusikdirektor Ulrich Hirtzbruch an der Orgel. Die Stadt begeht zugleich ihr Reformationsfest mit historischem Spektakel und mit einem Lichterumzug, der am Lutherhaus beginnt.
Haseloff stellt neues Buch vor
Schon im Laufe des Monats gibt es zahlreiche Angebote. Donnerstags erklingt in der Reihe „Orgel Punkt 12“ kurze Orgelmusik bei freiem Eintritt, dazu kommen mehrere Friedensgebete. Im Anschluss an das Gebet am 12. Oktober spricht Sachsen-Anhalts früherer Ministerpräsident Reiner Haseloff über sein neues Buch: „Nicht mit unserem Land. Eine ostdeutsche Positionsbestimmung“.
Auch die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek an der Schlosskirche öffnet ihre Bestände. Zum Auftakt zeigt sie historische Ansichten des Schlosses, danach erzählt eine Märchenerzählerin Schlossgeschichten. Es folgen Buchvorstellungen und Magazinführungen, am Reformationstag die Schau „Welterbe trifft Büchererbe“ sowie ein Auftritt des Poetry-Slammers Aron Boks.
Sechs Stätten, ein Welterbe
Die Luthergedenkstätten gehören seit dem 7. Dezember 1996 zum UNESCO-Welterbe. Zum Jubiläum steht jeden Monat eine der sechs Stätten im Fokus, nach der Schlosskirche folgen noch Luthers Geburtshaus in Eisleben und die Stadtkirche St. Marien in Wittenberg.
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Die Schlosskirche zählt zu den bedeutendsten Erinnerungsorten der Reformation. Hier wurde Luther 1512 zum Doktor der Theologie promoviert, und von Wittenberg aus verbreiteten sich seine Thesen, auch wenn nicht sicher belegt ist, dass er sie wirklich an die Kirchentür schlug. Luther und Philipp Melanchthon sind in der Kirche begraben.
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