Geschichte

Er grub den „Tunnel 29“: DDR-Fluchthelfer Hasso Herschel ist tot

Herschel soll rund tausend Menschen zur Flucht aus der DDR verholfen haben. Er starb im Alter von 91 Jahren.

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Herschel begleitete die Freilegung des Fluchttunnels unter der Bernauer Straße.

Herschel begleitete die Freilegung des Fluchttunnels unter der Bernauer Straße.

© epd/imago

Der Berliner Fluchthelfer Hasso Herschel ist tot. Dies teilte der Verein „Berliner Unterwelten“ am Freitag mit. Dem Verein zufolge half Herschel rund tausend Menschen aus der DDR in den Westen und gilt damit als einer der erfolgreichsten Fluchthelfer der deutschen Teilungsgeschichte.

Herschel starb am 21. Mai 2026 im Alter von 91 Jahren. Bekannt wurde Herschel vor allem durch seine Beteiligung am Bau des sogenannten „Tunnels 29“ im Jahr 1962.

Herschel erhielt 2012 das Bundesverdienstkreuz

Durch diesen Fluchttunnel unter der Berliner Mauer brachte er nach Angaben des Vereins auch seine jüngere Schwester Anita und deren Familie in den Westen. Der Tunnel gilt als eine der bekanntesten Fluchtaktionen aus der DDR nach dem Mauerbau 1961.

Für sein Engagement wurde Herschel im Jahr 2012 gemeinsam mit 14 weiteren Fluchthelfern mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im Februar 2010 trat er dem Verein „Berliner Unterwelten“ bei, 2019 wurde er dort Ehrenmitglied.

Zwischen 2017 und 2019 begleitete Herschel die Freilegung eines weiteren von ihm mitgebauten Fluchttunnels aus den Jahren 1970/71 an der Bernauer Straße in Berlin. Der Verein würdigte ihn als „einen von den alten Haudegen“, der dem Verein über viele Jahre auch als Zeitzeuge zur Verfügung gestanden habe.

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Herschel wurde 1935 in Dresden geboren. Beim Aufstand vom 17. Juni 1953 beteiligte er sich an Demonstrationen und wurde für mehrere Wochen eingesperrt. Da er in Ost-Berlin nicht studieren durfte, schrieb er sich in West-Berlin ein und pendelte täglich. Die regelmäßigen Wechsel über die damals noch offene und wenig kontrollierte innerstädtische Grenze nutzte er zum Schmuggeln, er erhielt wegen „Wirtschaftsverbrechen“ in der DDR eine sechsjährige Haftstrafe. Nach Schließung der innerstädtischen Grenze in Berlin flüchtete Herschel im Oktober 1961 mit einem fremden Schweizer Pass aus der DDR. Ab 1962 beteiligte er sich an den Grabungen von Fluchttunneln.

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