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Unglück

Haus in Görlitz eingestürzt: Drei Menschen weiterhin vermisst

In der sächsischen Stadt stürzt am Montagnachmittag ein Haus ein. Die Ursache ist noch unklar. Die Polizei sucht weiter nach Vermissten.

Eva Maria Braungart Alexander Capristan Mario Jacob
4 Min
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerweht stehen in der Nähe eines eingestürzten Hauses.

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerweht stehen in der Nähe eines eingestürzten Hauses.

© Paul Glaser/dpa

Am Tag nach dem Einsturz eines Wohnhauses im sächischen Görlitz geht die Suche nah drei weiterhin vermissten Menschen weiter. Die Feuerwehr sucht seit dem frühen Dienstagmorgen wieder in den Trümmern.

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) ist am Dienstagnachmittag zusammen mit Oberbürgermeister Octavian Ursu vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Innenminister und Oberbürgermeister geben die Hoffnung nicht auf

Aktuell konzentriere man sich auf die Lebendrettung. „Es ist noch nicht zu spät“, so Ursu. Derzeit konzentrieren sich die Kräfte auf das Hinterteil des Gebäudes, um dort die Trümmer wegzuräumen. Um die Arbeiten abzusichern wurden verschiedene Sensoren vom THW installiert, die die Vibrationen messen. Die beiden Giebel des Gebäudes würden zwar noch stehen, seien aber instabil., so der Oberbürgermeister.

Video: Rettungsarbeiten in Görlitz dauern an

Quelle: SACHSEN FERNSEHEN

Auch Innenminister Schuster gibt die Hoffnung nicht auf. „Wir haben immer noch die große Hoffnung, dass wir noch Menschenleben retten können. Deswegen stehen noch wichtige Entscheidungen an, die jetzt auch getroffen werden“, sagt Schuster.

Vermisst werden noch zwei rumänische Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren und ein Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 47 Jahren. Das Haus war am Montagnachmittag ein Haus eingestürzt. Die Einsatzkräfte suchen mit Wärmebildkameras nach den Vermissten. Zur Absicherung werden umliegende Gebäude mit Sensoren überwacht. Die Gefahr durch austretendes Gas bestehe weiterhin.

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Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall, kurz darauf sackte das Gebäude zusammen und hinterließ eine große Lücke in der Gründerzeit-Häuserzeile. Trümmerteile wurden bis auf die gegenüberliegende Straßenseite geschleudert.

Ursprünglich galten fünf Menschen als nicht erreichbar. Zwei davon meldeten sich kurz nach Mitternacht, ihnen gehe es gut, teilte eine Polizeisprecherin mit. Sie hätten sich zum Zeitpunkt des Einsturzes nicht im Haus aufgehalten.

Gasleck möglicherweise für Einsturz verantwortlich

Die Polizei teilte auf der Plattform X mit, möglicherweise habe es in dem Haus eine Gasexplosion gegeben. Abschließend geklärt sei die Ursache noch nicht. Laut Polizeisprecherin tritt aus einem Leck weiter Gas aus, weshalb die Einsatzkräfte am Unglücksort besonders vorsichtig vorgehen müssten. Das Gas soll im Verlauf des Dienstagvormittags abgestellt werden.

Am Abend hätten Helfer zunächst mit Spürhunden nach Verschütteten gesucht. Gegen 2 Uhr habe man begonnen, den Schutt vorsichtig abzutragen – sowohl mit einem Bagger als auch von Hand, berichtete die Sprecherin. Die Helfer gäben alles, sagte sie. Im Einsatz sind Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz. Die Ermittlungen zur Ursache will die Kriminalpolizei nach Abschluss der Rettungsarbeiten aufnehmen.

Nach Einsturz in Görlitz: Benachbarte Häuser evakuiert

Ein Mann sagte der Deutschen Presse-Agentur, er befürchte, seine Frau und seine Cousine könnten unter den Trümmern liegen. Er habe beim Einkauf in einem nahen Supermarkt eine Explosion gehört. Erst am Nachmittag sei er mit den beiden Frauen angereist, um in einer Ferienwohnung des Hauses Urlaub zu machen. Vom Supermarkt zurückgekehrt, habe er an der Stelle des Hauses nur noch einen Schutthaufen vorgefunden.

Anwohner schilderten dramatische Szenen. Ein Bewohner aus der Nachbarschaft berichtete, er habe eine starke Druckwelle gespürt, unmittelbar danach sei der Strom ausgefallen. Auf der Straße hätten Menschen geschrien und geweint. Viele Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen, weil benachbarte Häuser vorsorglich evakuiert wurden. Insgesamt sind zehn Häuser davon betroffen. In dem Gebäude befanden sich nach Polizeiangaben Miet- und Ferienwohnungen.

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