Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in Görlitz mit drei Toten sind weiterhin viele Fragen offen. Am Donnerstag barg die Polizei zunächst zwei tote Frauen aus den Trümmern des Hauses. Später fanden sie eine dritte Leiche, bei der es sich um den vermissten Mann handeln soll.
Die Aufräumarbeiten dauern weiterhin an. Am Freitagmorgen musste die Polizei ihre Untersuchungen am Unglücksort vorerst einstellen. Die Ursache des Unglücks ist weiter unklar, der Oberbürgermeister vermutet eine Gasexplosion.
Hauseinsturz in Görlitz: Gasexplosion als Ursache vermutet
Die Kriminaltechniker hätten ihre Arbeit in den Nachtstunden unterbrechen müssen, weil sich die Reste der Giebelwände in Bewegung gesetzt hätten, sagte Raik Schulze, Leiter des Führungsstabes. „Dank der Technik des Technischen Hilfswerkes (THW) konnten wir unsere Einsatzkräfte rechtzeitig in Sicherheit bringen.“ Derzeit gehe es darum, die Gefahr zu beseitigen, damit die Untersuchungen fortgesetzt werden könnten.
Görlitz: Dritte Leiche nach Hauseinsturz aus Trümmern geborgen
Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte Schulze. „Wir schließen nichts aus.“ In Betracht kämen Materialversagen, eine technische Ursache bis hin zu fahrlässigem Handeln. „Da stehen wir noch am Anfang.“
Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) vermutete nach dem Unglück eine Gasexplosion. Nach Polizeiangaben war während des Einsatzes Gas ausgetreten, wenige Stunden nach dem Einsturz wurde ein Gasleck gefunden. Wo dieses sich genau befand, lasse sich noch nicht sagen, so Schulze.
Rechtsmedizin untersucht zuletzt gefundenen Toten
Das Mehrfamilienhaus in der James-von-Moltke-Straße in der Nähe des Görlitzer Bahnhofs, in dem sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen befanden, war am Montagabend komplett eingestürzt. Drei Vermisste – zwei rumänische Touristinnen im Alter von 25 und 26 Jahren sowie ein 48-jähriger Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit – konnten nur noch tot geborgen werden.
Bei der Suche waren Dutzende Einsatzkräfte im Dauereinsatz, teils arbeiteten sie sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Schutt. Auch Spürhunde, Radlader, Bagger und Kräne kamen zum Einsatz. „Die Vermisstensuche ist jetzt beendet“, sagte ein Polizeisprecher. Der zuletzt gefundene Tote werde nun in der Rechtsmedizin untersucht, Ergebnisse würden erst in den kommenden Tagen erwartet.
Gasexplosionen können grundsätzlich zu Hauseinstürzen führen. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Einstürzen Auch in Berlin kam es zu einem solchen Vorfall. Im Jahr 1998 stürzte ein Mehrfamilienhaus in Steglitz nach einer Gasexplosion ein, sieben Menschen kamen ums Leben. (mit dpa)
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