Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Osan südlich von Seoul ist am Dienstag der giftige Stoff weißer Phosphor ausgetreten, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Für die Umgebung galt zeitweise eine Evakuierungsaufforderung.
Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben südkoreanischer Behörden auf dem auch als K-55 bekannten Stützpunkt im Ortsteil Seotan-myeon der Stadt Pyeongtaek in der Provinz Gyeonggi, wie der Korea Herald berichtete. Die Alarmierung sei von der US-Seite erfolgt, meldete die Zeitung JoongAng Ilbo.
Russland und Nordkorea bauen Brücke – Verdacht auf neue Militärroute
Warnung an Anwohner
Die Stadtverwaltung Pyeongtaek verschickte laut JoongAng Ilbo eine Katastrophenwarnung per SMS und forderte die Anwohner auf, sich „in Sicherheit zu bringen, um Hautkontakt zu vermeiden“. Die Feuerwehr mobilisierte neun Fahrzeuge und 31 Einsatzkräfte. Die Polizei sperrte dem Bericht zufolge einen Bereich von 300 bis 500 Metern um das Gelände ab.
Weißer Phosphor ist hochgiftig und kann sich nach Angaben der WHO bei Kontakt mit Sauerstoff selbst entzünden. Bei Hautkontakt kann er schwere Verbrennungen verursachen, das Einatmen größerer Mengen der Dämpfe kann tödlich sein.
US-Militär gibt Entwarnung
Rund 36 Minuten nach der Evakuierungsanordnung hob die Stadt Pyeongtaek die Anweisung wieder auf. Die Maßnahmen innerhalb der Einheit seien abgeschlossen worden, hieß es in der Warnmeldung laut JoongAng Ilbo. Die Anwohner wurden aufgefordert, zu ihrem normalen Alltag zurückzukehren.
Das US-Militär habe der Stadt mitgeteilt, dass der ausgetretene weiße Phosphor bereits zu etwa 80 Prozent verdünnt gewesen sei und die Gefahr für Menschen und Umwelt daher gering sei, berichtete die Zeitung weiter. Ein Polizeivertreter erklärte, in einem Munitionslager des Stützpunkts sei eine Chemikalie ausgetreten, die zur Reinigung von Gefechtsköpfen verwendet werde. Nach Angaben des US-Militärs bestehe keine Gefahr mehr.
Ein Kampfmittelbeseitigungsteam der US-Streitkräfte und die Feuerwehr hätten die erforderlichen Maßnahmen vor Ort durchgeführt, so der Polizeivertreter weiter. Die genaue Ursache des Austritts soll nach Angaben der Behörden untersucht werden, sobald der Bereich als sicher gilt.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]