BRANDENBURG/HAVEL. Die Havelregion mit der Stadt Brandenburg/Havel bewirbt sich um die Ausrichtung der Bundesgartenschau 2015. Konkurrenten sind die Städte Bochum (Nordrhein-Westfalen) und das badische Karlsruhe. "Wir werden zwischen diesen drei ansehnlichen Bewerbungen auswählen", bestätigte Sebastian Emunds, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft, in Bonn. Mit einer Entscheidung sei im August zu rechnen.Laut Emunds ist die Havelregion-Bewerbung neuartig, weil es sich um eine länderübergreifende Bewerbung handelt. Denn neben Brandenburg/Havel, Rathenow, Premnitz und dem Amt Rhinow ist auch die Stadt Havelberg in Sachsen-Anhalt mit von der Partie. Emunds: "Der Trend geht derzeit zu Bewerbungen von Regionen."Pläne für RegattastreckeDie Städte im Havelgebiet, die zu den ältesten deutschen Orten östlich der Elbe gehören, bewerben sich unter dem Motto "Von Dom zu Dom - das blaue Band an der Havel". Gemeint sind die Domkirchen von Brandenburg/Havel und Havelberg, die als alte Kulturdenkmäler bei der geplanten Bundesgartenschau genauso präsentiert werden sollen wie die naturbelassenen Havellandschaften und -seen. Eine Blumenschau soll es im Kirchenschiff des renovierten Pauli-Klosters geben. Mit der Neuerschließung von Flächen, also dem Anlegen neuer Parks, will man sich aber bewusst zurückhalten. Stattdessen soll die Eröffnungsveranstaltung in Brandenburg/Havel entlang der Regattastrecke stattfinden. Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) will diese Regattastrecke mit Fördergeldern ausbauen. Im Jahr 2017 soll dort die Ruder-Weltmeisterschaft stattfinden.Allerdings steht die Potsdamer Landesregierung dem Projekt äußerst skeptisch gegenüber. "Wir überprüfen derzeit die überarbeiteten Bewerbungsunterlagen", teilte Vize-Regierungssprecher Mario Faßbender mit. Zuvor hatte die Regierung eingereichte Unterlagen zurückgegeben, da das Finanzkonzept "nicht stimmig" gewesen sei und noch nicht beantragte Fördergelder bereits mit einkalkuliert worden seien. FDP-Landeschef Heinz Lanfermann kritisierte indes die "unverständliche Blockadehaltung" von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Doch auch in Sachsen-Anhalt lobt man "die gute Idee", pocht aber auf eine "detaillierte Finanzplanung", wie Regierungssprecherin Monika Zimmermann sagte.Die Zustimmung beider Länder wäre aber von Vorteil. Sebastian Emunds von der Bundesgartenschaugesellschaft sagt selbst: "Ein Auswahlkriterium für uns ist eine möglichst breite politische Unterstützung aller Gremien vor Ort. Ein solches Projekt darf nicht zum parteipolitischen Gezänk werden." Im vergangenen Jahr habe die Stadt Osnabrück genau deshalb ihre Bewerbung zurückziehen müssen.Verschuldung möglichErfahrung mit der Bundesgartenschau hat Platzeck. Als Oberbürgermeister war er im Jahr 2001 an der Buga in Potsdam beteiligt - damals wurden Innenstadtbereiche wie der Lustgarten neu angelegt und der heutige Volkspark im Bornstedter Feld entstand.Aber auch die städtische Verschuldung stieg: noch immer subventioniert die Stadt etwa die seinerzeit gebaute Biosphärenhalle samt Tropenvegetation. Denn sonst müsste Potsdam die erhaltenen Fördergelder zurückzahlen.Für die Buga 1995 in Cottbus hat das Land umgerechnet 22,6 Millionen Euro gezahlt, doch mit der Nachnutzung klappte es nicht recht. Dem Buga-Park fehlten nach der Schau bald die Besucher. Die Havelregion wäre nun bereits die dritte Bundesgartenschau in Brandenburg.------------------------------Karte: Fünf Kommunen bewerben sich.------------------------------Foto: Die Seitenarme der Havel, hier bei Rathenow, sollen wichtiger Bestandteil der Bundesgartenschau werden.
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