Heftige Gegenstimmen am Rande des Protestzugs

Pro-Israel-Demo fordert Ende der Hisbollahangriffe

Marlies Emmerich
2 Min

Mehr als 1 100 Menschen haben nach Angaben der Polizei am Freitagabend ihre Solidarität mit Israel bekundet. "Europas Freiheit wird in Israel verteidigt", hieß es auf Transparenten in deutscher Sprache. In englischer Sprache wurde gefordert, die Angriffe von Hamas und Hisbollah zu stoppen. An der Spitze des Zuges vom Steinplatz zum Wittenbergplatz gingen der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Gideon Joffé, zwei Rabbiner und der Publizist Michel Friedman.Die Gemeinde hatte zusammen mit nichtjüdischen Gruppen zu der Demonstration aufgerufen. Joffé sprach von seiner Trauer um die getöteten arabischen und jüdischen Frauen und Kinder in Israel, aber auch von der Trauer um libanesische Opfer und nannte die Familie S. aus Wedding, die wie berichtet bei Angriffen ihren Vater verloren haben. Schuld daran sei die Hisbollah. Joffé rief die Muslime in Deutschland auf, den Terror der Hisbollah energisch zu verurteilen. Publizist Friedman kritisierte, dass die Weltgemeinschaft nicht reagiere, wenn der Iran einem anderen Land, Israel, mit Vernichtung drohe.Streit am RandeImmer wieder kam es am Rande zu kleineren Auseinandersetzungen. So entwickelten sich heftige Diskussionen mit Mitgliedern von der vor knapp drei Jahren gegründeten "jüdischen Stimme für gerechten Frieden im Nahen Osten". Die Jüdin Ruth Fruchtman sagte, dass die Unterstützung der israelischen Politik nicht in ihrem Namen geschehe. Sie sei zwar Mitglied der Gemeinde, ginge allerdings wegen unterschiedlicher Auffassungen nur selten hin. Araber und mehrere, von der Polizei schnell abgedrängte Neonazis riefen "Palästina, viva, viva" und "Mörder". Andere hielten Plakate hoch wie "Stoppt den Krieg" oder Transparente, die darauf hinwiesen, dass 75 Prozent der deutschen Bevölkerung Israels Vorgehen für unangemessen halten. Rund 150 Polizisten und das Anti-Konflikt-Team konnten die rivalisierenden Gruppen ohne Festnahmen auseinander halten. (mm.)

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