US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat ein neues Vier-Sterne-Kommando für autonome und robotergestützte Fähigkeiten angekündigt. Das teilte Hegseth am Mittwoch bei seiner Rede zur „Lage der Streitkräfte“ auf dem US-Militärstützpunkt Quantico im Bundesstaat Virginia mit, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.
Das neue Kommando soll nach Angaben von AP den Ausbau autonomer und robotischer Fähigkeiten in den US-Streitkräften koordinieren. Hegseth bezeichnete die Entwicklung als „schnellsten Wandel in Friedenszeiten in der modernen Militärgeschichte“. Hintergrund sind dem Bericht zufolge unter anderem die zunehmende Bedeutung von Drohnen etwa im Iran- oder Ukraine-Krieg.
AP zufolge wurde zuletzt eine in Europa stationierte Einheit der US-Armee, die auf Drohnenkriegsführung spezialisiert war, allerdings angewiesen, ihre entsprechenden Aktivitäten einzustellen. Die Einheit solle demnach wieder als reguläres Infanteriebataillon fungieren.
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Hegseth: Zahl der Generäle und Admirale um 20 Prozent reduziert
Bei der Zahl der ranghöchsten Offiziere kündigte Hegseth eine weitere Reduzierung an. Nach Angaben von AFP erklärte er: „Die Zahlentüftler sagen, wir haben zehn Prozent der Generäle und Admirale in den Streitkräften entlassen.“ Zusätzlich sei die Gesamtzahl der entsprechenden Planstellen um weitere zehn Prozent reduziert worden. Insgesamt ergebe sich damit eine Verringerung um 20 Prozent.
Hegseth habe die Militärzweige angewiesen, die im Frühjahr angeordnete Kürzung um zehn Prozent für rund 800 Positionen für Generäle und Admiräle auf 20 Prozent zu verdoppeln und die Reduzierung bis zum 1. Januar 2027 abzuschließen, berichtete AP. Nach Pentagon-Angaben, die AFP zitiert, gab es Ende Juli zuletzt rund 850 Generäle und Admiräle.
Musk soll Teil von „Project Meridian“ werden
Hegseth kündigte außerdem ein Forschungsprojekt zur zukünftigen Kriegsführung an. Nach Angaben von AP soll es von SpaceX-Chef Elon Musk, dem Anduril-Gründer Palmer Luckey und dem früheren republikanischen Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, geleitet werden. Laut Fox News trägt das Projekt den Namen „Project Meridian“. Es soll innerhalb von 120 Tagen Ergebnisse vorlegen.
Ziel sei es laut Hegseth, langfristige Entwicklungen bei Kriegsführung und Technologien zu untersuchen und Waffen sowie Systeme für künftige Generationen zu identifizieren. Die Untersuchung solle sich auf Bereiche „von unterhalb der Erde bis über den Mond hinaus“ erstrecken, berichtete Fox News unter Berufung auf Hegseths Rede.
Zweck des Projekts sei es zudem, „mit einem kreativen Blick auf die Zukunft zu schauen, und Bereiche zu identifizieren, die wir erobern müssen, und die Fähigkeiten, die wir beherrschen müssen“, sagte Hegseth laut dpa. Man müsse vorausschauend handeln, um „die technologische und militärische Überlegenheit auf dem Schlachtfeld für die kommenden Jahrzehnte zu sichern“.
Änderungen bei Militärstützpunkten
Hegseth kündigte zudem den Bau eines neuen Militärstützpunkts an. Laut AP sollen sich alle 50 Bundesstaaten um den Standort bewerben können. Dort sollen zwischen 15.000 und 25.000 Soldatinnen und Soldaten stationiert werden.
Außerdem soll jede größere US-Militäreinrichtung künftig in der Lage sein, ihren eigenen Strom zu erzeugen. Damit sollen die Streitkräfte bei einem Ausfall des zivilen Stromnetzes einsatzfähig bleiben, auch bei Cyberangriffen oder Sabotage, berichtete die dpa. (mit AFP, dpa)
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