Im Streit um eine Einlassregel im Hallenser Heidebad hat die Stadt den Druck auf die Pächterin erhöht. Diese habe gegen den Betreibervertrag verstoßen, erklärte Oberbürgermeister Alexander Vogt.
Zuletzt hatte die Stadt Halle die Pächterin des Heidebades aufgefordert, die Einlassregel sofort zurückzunehmen, nach der Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse keinen Zutritt zu dem Bad im Stadtteil Neustadt erhalten.
Heidebad in Halle-Neustadt: Stadt fordert Ende von Einlassregel
Badbetreiber verteidigt Einlassregel
Der Betreibervertrag setze bei Änderungen der Badeordnung oder einer einseitigen Verschärfung durch die Pächterin ein Einvernehmen mit der Stadt voraus. Die Pächterin hätte demnach vorab Kontakt zur Stadt aufnehmen müssen.
Oberbürgermeister Alexander Vogt warf der Pächterin zudem eine schädliche Außendarstellung vor. „Es darf nicht sein, dass der Eindruck entsteht, dass durch falsche Kommunikation in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, die Pächterin agiere ausländerfeindlich“, erklärte Vogt. Genau das geschehe aber, wenn pauschale Einlassverbote ausgesprochen würden, die ganze Bevölkerungsgruppen ausschlössen oder diskriminierten. Hier schieße die Pächterin weit über das Ziel hinaus.
Die Verkehrssicherungspflicht und die Wasseraufsicht müssten lückenlos erfolgen, räumte Vogt ein. Dies rechtfertige jedoch keinen pauschalen Ausschluss potenzieller Badegäste wegen mangelnder Sprachkenntnisse. „Ich erhalte im Ausland an einem öffentlich als Badegewässer zugelassenen See auch kein Badeverbot, weil ich der Landessprache nicht mächtig bin“, sagte er.
Halle bietet Heidebad Hilfe an
In einer schriftlichen Stellungnahme bot die Stadt der Pächterin Hilfe an, um Kommunikationsschwierigkeiten zu beheben und die Sicherheit aller Badenden zu gewährleisten. Vorgeschlagen wurden Medienberichten zufolge unter anderem Piktogramme oder QR-Codes, über die Gäste übersetzte Baderegeln in verschiedenen Sprachen abrufen könnten.
Der Geschäftsführer des Heidebades, Mathias Nobel, verteidigte die Maßnahme zuletzt. Man müsse sicherstellen, dass alle Besucher die Baderegeln verstünden. Die Regelung habe vereinzelt zu Unmut geführt, werde jedoch im Interesse der Sicherheit bewusst in Kauf genommen. Trotz Kritik wolle das Bad an der Regel festhalten. Die Stadt habe inzwischen Kontakt zur Pächterin aufgenommen und ein Gespräch angeboten, so Vogt. Ziel sei eine schnelle, angemessene und rechtssichere Lösung.
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