Subventionitis

Heimatidylle als Lobbytrick? Darum wollen Top-Ökonomen die Agrarhilfen abschaffen

Wenn Kürzungen bei der Landwirtschaft drohen, kippen Bauern ihren Mist vor dem Kanzleramt ab. Ein recht erfolgreiches Ritual. Nun fordern Ökonomen eine Schocktherapie.

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Landwirtschaftliches Klischee im Abendlicht: Mit dem Idyll hat der Job nur noch wenig zu tun.

Landwirtschaftliches Klischee im Abendlicht: Mit dem Idyll hat der Job nur noch wenig zu tun.

© xstockbustersx via imago-images.

Wer kennt diese schönen Bilder nicht: der Bergbauer, der die frische Alpenmilch seiner Kühe zur Alm bringt, um dort seinen Käse zu machen; der Trachtenumzug, der Dörfler auf dem Land oder auf der Grünen Woche in Berlin; und natürlich die Obst- und Gemüseauslage im Supermarkt, die „direkt aus der Region“ für Qualität und einzigartige Frische bürgt. Egal ob Oberbayern, das Alte Land oder die Magdeburger Börde – so wunderbar kann die bäuerliche deutsche Heimat sein.

Alles nur Fake, sagt nun der Kronberger Kreis, ein Netzwerk deutscher Top-Ökonomen, dem etwa der Ifo-Chef Clemens Fuest, Lars Feld, der Leiter des Eucken-Instituts, oder der Kartellrechtsexperte Justus Haucap angehören. In ihrer neuen Studie meinen sie, dass „Inszenierung und Zelebrierung ländlicher Bräuche und Traditionen“ lediglich „eine positive emotionale Grundstimmung in der Öffentlichkeit“ erzeugen sollen. Wozu?

Weil es für die rund 250.000 landwirtschaftlichen Betriebe hierzulande um „deutlich über zehn Milliarden Euro pro Jahr“ an Subventionen aus EU, Bund und Ländern geht. Und: Weil der Bauernverband als erfolgreiche Lobbyorganisation seine „erhebliche organisatorische Stärke und politischen Einfluss“ wahren möchte. Die Ökonomen empfehlen eine „Schocktherapie“: ein sofortiges Ende aller Subventionen. Harter Tobak.

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