Heimatmuseum zeigt Ausstellung zum Teltowkanal / Jeder Ort hat seinen eigenen Hafen

Ein Meisterwerk der Technik wird 90

rio/ua
2 Min

TEMPELHOF "90 Jahre Teltowkanal" - im Heimatmuseum wird seit gestern die Geschichte der Wasserstraße mit Fotos, Texten und Grafiken nacherzählt. Seit 1906 verbindet die Wasserstraße im Süden Berlins die Spree mit der Havel.Zur Eröffnung des Teltowkanals am 2. Juni 1906 drehte sogar der Kaiser einige Runden mit seiner Jacht "Alexandria" an der Machnower Schleuse. In einem dicken Lederbandalbum hat die Teltowkanal-AG den ersten Geburtstag festgehalten: Herren mit Pickelhauben vergnügen sich auf den Dampfern, andere Fotos zeigen die damals hochmoderne Wasserstraße im Überblick."Der Kanal war schon ein technisches Meisterwerk", sagt Wilfried Postier, Leiter des Heimatmuseums. Schließlich hätten die Arbeiter für den Bau nur 16 Bagger zur Verfügung gehabt. Fünf Jahre waren damals nötig, um den 37 Kilometer langen Kanal als Verbindung von Havel und Spree zu bauen.Zu Beginn des Jahrhunderts hatte die Wasserstraße zur Entwässerung des Geländes und zur wirtschaftlichen Erschließung des ehemaligen Sumpfgebietes beigetragen. Zur Einweihung des Teltowkanals gab es an beiden Ufern bereits zahlreiche Industriebetriebe. Jeder Ort erhielt deshalb seinen eigenen Hafen. Sichtbar ist noch heute das Industriegebiet am Tempelhofer Hafen mit 120 Meter langem Lagerhaus. Dieser denkmalgeschützte Speicher diente zur Getreidelagerung und hatte direkten Anschluß an die Rixdorf-Mittenwalder Eisenbahn. Zur Zeit ist dort schon das Weihnachtsgebäck eingelagert.Damals wie heute dient der Teltowkanal als Durchgangswasserstraße. Der Tempelhofer Abschnitt zerschneidet den Bezirk in zwei Hälften, die durch zwölf Brücken verbunden werden. Eine Besonderheit ist die Stubenrauchbrücke - oben rollt der Straßenverkehr, unten die U-Bahn.Neben der Dokumentation zeigt Museumschef Postier auch einen Film des Rudowers Klaus Stodnick. Der Streifen dauert 20 Minuten. Regelmäßige Vorführungen gibt es allerdings nicht: "Wenn jemand kommt, der den Film sehen will, zeig ich ihn", so Postier. Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenlos.rio/ua Die Ausstellung ist im Heimatmuseum, Alt-Mariendorf 43, bis 6. Oktober zu sehen. Geöffnet ist montags, dienstags, donnerstags, freitags, 9-14 Uhr, sonntags 11-15 Uhr. +++

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