Man schreitet ja immer schon mit einem leichten Bauchgrimmen zur Sichtung neuer deutscher Kinofilme. Und dann ist man seltsamerweise enttäuscht, wenn sich die Vorahnungen bestätigen: Man fühlt sich nach der Vorführung weder euphorisiert noch beleidigt, noch nicht mal „heimgesucht“, sondern nur schlecht angezogen. Denn das deutsche Filmkostüm und die Ausstattungsgewerke an sich – das muss man hier mal sagen – sind State of the Art. Aber auch sie können Romanstoffe nicht retten, die zwar fürs Hochglanzkino taugen, aber deren Adaption nicht mitreißt. Daran ändern auch Spinnweben nichts, die seidenfein im Traumhaus am See durch die Jahrzehnte wabern.
Kritik
„Heimsuchung“ im Kino: Wenn selbst die DDR-Bettwäsche nach Manufactum aussieht
Volker Schlöndorff verfilmt Jenny Erpenbecks Erfolgsroman. Aus dem klugen und spröden Stoff macht er ein geschniegeltes Jahrhundertpanorama, das einen nicht ergreift. Die Kritik.
5 Min
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Susanne Wolff und Lars Edinger in einer Filmszene
© StudioCanal/dpa
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