Kritk

„Heimsuchung“ im Kino: Wenn selbst die DDR-Bettwäsche nach Manufactum aussieht

Volker Schlöndorff verfilmt Jenny Erpenbecks Erfolgsroman. Aus einem klugen und auch sprödem Stoff macht er ein geschniegelt ausstaffiertes Jahrhundertpanorama, das einen nicht ergreift.

6 Min
Alle so hübsch angezogen hier: Susanne Wolff und Lars Edinger als Architekten-Ehepaar zu Zeiten des Nationalsozialismus.

Alle so hübsch angezogen hier: Susanne Wolff und Lars Edinger als Architekten-Ehepaar zu Zeiten des Nationalsozialismus.

© StudioCanal/dpa

Man geht ja immer schon mit einem leichten Bauchgrimmen in die Sichtung neuer deutscher Kinofilme und ist dann seltsamerweise enttäuscht, wenn Vorahnungen bestätigt und man sich weder euphorisiert noch beleidigt, noch nicht mal „heimgesucht“, sondern nur schlecht angezogen fühlt nach der Vorstellung. Denn das deutsche Filmkostüm und die Ausstattungsgewerke an sich – das muss man hier mal sagen – sind State of the Art. Aber auch sie können Romanstoffe nicht retten, die zwar fürs Hochglanzkino taugen, aber deren Adaption nicht mitreißt. Daran ändern auch Spinnweben nichts, die seidenfein im Traumhaus am See durch die Jahrzehnte wabern.

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