Im aktuellen Wochenbericht des Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) untersucht das Institut die Entwicklung der Heizkosten in Deutschland. Zentrale Erkenntnis: Die Energiepreiskrise wirkt 2024 weiter nach. Die Heizenergiepreise lagen 2024 im Durchschnitt rund 77 % über dem Niveau von 2021. Eine Stabilisierung zeichnet sich kaum ab. Die Preise steigen 2024 um weitere 6 Prozent - fast dreimal so schnell wie die allgemeine Inflationsrate.
Besonders Fernwärme legte um fast ein Drittel zu. Der starke Anstieg resultiert aus der verzögerten Weitergabe der extremen Gas- und Ölpreissteigerungen der Vorjahre sowie dem Ende der Gas- und Wärmepreisbremsen. Fernwärmepreise reagieren systembedingt langsamer, da viele Verträge Preisänderungsklauseln nutzen, die auf vergangene Brennstoffindizes zurückgreifen. Seit 2021 hat sich Fernwärme entsprechend insgesamt etwas weniger verteuert als Gas und Heizöl.
Einsparungen an Heizenergie
Der Heizenergiebedarf blieb nahezu konstant. Die Einsparungen aus 2022/23 blieben weitgehend erhalten. Regional heizt der Osten und Süden aufgrund besser sanierter Gebäude und höherer Fernwärmenutzung deutlich effizienter als der Norden und Westen.
Sabine Behr, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIW, dazu im Interview: „Auf Länderebene sehen wir, dass die Preise 2024 in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg am stärksten gestiegen sind. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz fielen sie leicht, in Bayern gingen sie mit 1,7 Prozent am deutlichsten zurück.“
Die gewichteten Heizungskosten liegen in den ostdeutschen Bundesländern ungefähr 20 Prozent über dem Westniveau. Während ostdeutsche Haushalte durchschnittlich etwas unter 14,5 Cent je Kilowattstunde zahlen, müssen westdeutsche nur ca. 12,5 Cent aufwenden. Der Osten ist stärker betroffen, da dort der Fernwärmeanteil besonders hoch ist. Durch den höheren Anteil an sanierter Bausubstanz sinkt der absolute Unterschied aber etwas.
Aussicht 2025?
2024 stiegen die Heizkosten trotz hoher Preisniveaus nur noch moderat um 3,5 %. Für 2025 erwartet das DIW eine Beruhigung der Preisentwicklung, insbesondere bei Fernwärme, da sich die Gaspreise stabilisieren und der Nachzieheffekt der Energiekrise ausläuft.
Insgesamt ist daher keine erneute starke Kostenwelle zu erwarten. Die Preise bleiben jedoch auf hohem Niveau. Regionale Unterschiede zwischen Fernwärme- und Ölheizungsregionen verfestigen sich. Langfristig könnten die Kosten durch einer Wärmewende, mehr Wettbewerb und einer höheren Transparenz im Fernwärmesektor gesenkt werden.
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