Der frühere Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und die deutsche Diplomatin Helga Maria Schmid übernehmen gemeinsam den Vorsitz der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Der Stiftungsrat habe sich am Montag einstimmig für die Doppelspitze entschieden, teilte die MSC mit. Beide sollen die Konferenz künftig als „gleichberechtigte Co-Vorsitzende“ leiten.
Stoltenberg und Schmid sollen die Aufgaben des bisherigen Vorsitzenden Wolfgang Ischinger rechtzeitig vor der 63. Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2027 übernehmen. Wann genau der Wechsel erfolgt, teilte die MSC zunächst nicht mit. Ischinger hatte die Leitung erneut übernommen, nachdem sich Stoltenbergs ursprünglich für 2025 geplanter Amtsantritt verzögert hatte.
„Mit Jens Stoltenberg und Helga Maria Schmid übernehmen zwei der erfahrensten Diplomaten der Welt die Führung der Münchner Sicherheitskonferenz“, erklärte der Präsident des Stiftungsrats, Nikolaus von Bomhard, laut MSC. Es sei schwer, „sich ein besseres Team an der Spitze der MSC vorzustellen“. Ischinger zeigte sich „begeistert“, dass der Stiftungsrat dem Vorschlag zugestimmt habe.
Schmid war zunächst für UN-Posten vorgesehen, den Baerbock bekam
Stoltenberg war bereits 2024 als künftiger Vorsitzender der Sicherheitskonferenz bestimmt worden. Der heute 67-Jährige sagte die geplante Übernahme jedoch ab, nachdem ihn Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre im Februar 2025 zum Finanzminister berufen hatte. Laut der norwegischen Regierung ist Stoltenberg weiterhin im Amt. Zuvor war er zehn Jahre lang Nato-Generalsekretär und zweimal norwegischer Ministerpräsident.
Der ehemalige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Er übernimmt gemeinsam mit Schmid den Vorsitz der MSC.
© Thomas Kienzle/AFP
Schmid gehört dem Stiftungsrat der Sicherheitskonferenz bereits seit mehreren Jahren als Vizepräsidentin an. Von Dezember 2020 bis September 2024 leitete sie als Generalsekretärin die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, wie aus ihrer offiziellen OSZE-Biografie hervorgeht. Zuvor war sie unter anderem geschäftsführende Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes und maßgeblich an den Verhandlungen über das internationale Atomabkommen mit Iran beteiligt.
Die Bundesregierung hatte Schmid im Jahr 2024 zunächst als deutsche Kandidatin für die Präsidentschaft der 80. UN-Generalversammlung nominiert. Im März 2025 zog die damalige Bundesregierung diese Personalentscheidung jedoch zurück und nominierte stattdessen die frühere Außenministerin Annalena Baerbock. Das Auswärtige Amt bestätigte damals, dass Schmid bereits im Juli 2024 für den Posten vorgesehen worden war.
Baerbock wurde anschließend zur Präsidentin der UN-Generalversammlung gewählt und trat das Amt im September 2025 an. Der Austausch der Kandidatinnen hatte auch innerhalb der deutschen Außenpolitik Kritik ausgelöst.
Mit dem gemeinsamen Vorsitz der Münchner Sicherheitskonferenz übernimmt Schmid nun eine der international sichtbarsten Funktionen der deutschen Sicherheitsdiplomatie.
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