Helge Schneider hatte Besuch vom Finanzamt und geht mal wieder auf Tournee

Eine Reise ins Weltall

Andreas Kurtz
2 Min

Im Herbst wird der Helge fleißig. Ab Ende Oktober geht Musiker und Quatschmacher Helge Schneider wieder auf Tournee. Bisher sind 58 Konzerte geplant, zwei Wochen am Stück ohne freien Abend - das ist dabei keine Seltenheit. In Berlin spielt Schneider vom 14. bis zum 26. November im Schiller Theater. Warum er sich diesen Stress antut? Schneider: "Alle drei oder fünf Jahre kommt jemand vom Finanzamt und will rückwirkend Geld haben. Dann muss man eine Tournee machen und noch eine und noch eine." Vielleicht nur ein Witz, denn kurz darauf behauptet Schneider: "Ich muss nicht aus Geldnot arbeiten. Ich arbeite gern."Weil bei ihm zu jeder Tournee ein Motto gehört, hat er sich für die kommende "Kampf in Weltall" (grammatikalischer Ausrutscher inklusive) ausgedacht. Das Motto ist aber völlig wurscht: "Die Tourneen unterscheiden sich eigentlich nur durch die Jahreszahlen."Das Weltall-Motto hatte aber einen riesigen Vorteil: So konnte Schneider am Montag zur Mittagsstunde wunderbar in seinem Bühnenstrampleranzug im Zeiss-Großplanetarium posieren. Tolle Fotos, die beim Kartenvorverkauf (Tickettelefon 023 65-503 55 00) helfen werden. Auf den Mond reisen will Schneider nicht, dafür ist er zu schlau: "Ich hab gehört, dass man da nicht leben kann."Die Orgel, mit der er diesmal auf Tournee geht, hat Schneider eigenhändig angemalt. "Damit manifestiere ich auch, ich gehöre nicht zur bürgerlichen Gesellschaft." Andere malen ihre Orgeln nämlich nur deshalb nicht an, weil sie deren Wiederverkaufswert erhalten wollen.Zum Stand seiner Tourneevorbereitungen sagt Schneider: "Wir haben Reifenwechsel gemacht." Mehr ist eigentlich auch nicht zu tun, denn ein festes Programm gibt es bei ihm sowieso nie. Diesmal tritt er gemeinsam mit dem Schlagzeuger Pete York und dem Einpersonenballett Sergej Gleithmann auf. Wobei er das nicht mehr ganz so junge Ballett nicht zu sehr beanspruchen darf ("Das Herz!").Unbeachtet von der Sportberichterstattung hat Schneider, sagt er jedenfalls, am Sonntag erst beim Berlin-Marathon der Damen mitgemacht und dann bei dem der Herren. Bei den Herren hat es zum 3. Platz gereicht, bei den Damen will Schneider sogar gewonnen haben. Die Medaillen bekamen allerdings andere. Begründung: "Ich bin neben der Strecke mitgelaufen."------------------------------Foto: Mit 50 fühlt er sich noch längst nicht zu alt für einteilige Strampleranzüge: Helge Schneider im Zeiss-Großplanetarium.

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