Es ist der Albtraum vieler Fans: Ein Künstler bricht seinen Auftritt ab. Im schlimmsten Fall aus gesundheitlichen Gründen. Etwa wenn eine vorher nicht ganz auskurierte Krankheit (zum Beispiel an der Stimme) sich verschlimmert. Manchmal geschehen sogar Unfälle auf der Bühne, die zum Abbruch führen.
Ganz so dramatisch war es bei Helge Schneider am Donnerstag wohl nicht. Harmlos kann es trotzdem nicht gewesen sein. Denn Schneider hat seinen Auftritt bei der Landesgartenschau entnervt abgebrochen, wie mehrere Medien (etwa die Schwäbische Post und der SWR) berichtet haben.
Grund sollen Tonprobleme gewesen sein. Oder, genauer gesagt: die Reaktion im Publikum darauf. Von Sound-Rückkopplungen ist die Rede und davon, dass das Konzert in den hinteren Reihen kaum zu hören gewesen sein soll. „Lauter!“, rief man danach wohl im Publikum. Sehr zum Missfallen von Schneider. Den Zuhörern empfahl er Hörgeräte. Uff.
Wer Schneiders Temperament ein bisschen kennt, kann leicht ahnen: Bevormundung durch andere ist seine Sache nicht. Auch nicht durch seine Fans. „Eigentlich möchte ich jetzt weiterfahren und auf die Gage verzichten“, so Schneider an besagtem Tag in Ellwangen im Osten Baden-Württembergs. „Ich habe keine Lust mehr.“
Auf Social Media ließen scharfe Kommentare nicht lange auf sich warten. Tenor: Der Auftritt sei weder für Helge Schneider noch für die Landesgartenschau eine gute Werbung gewesen. Sogar von einer „Blamage für eine Landesgartenschau“ ist die Rede.
„Dankeschön an Helge für diesen super lustigen Abend“
Dabei darf man fairerweise einen Plot-Twist nicht verschweigen, der fast wie aus einem Fernsehspielfilmdrehbuch klingt: Nach 20 Minuten peinlicher Pause (nachdem Schneider samt Band die Bühne verlassen hatte) ist es Landesgartenschaudirektor Stefan Powolny wohl doch noch gelungen, Schneider zur Rückkehr auf die Bühne zu veranlassen.
Auf Instagram versucht die Landesgartenschau nun humorvolle Schadensbegrenzung: „Genau diese unvorhersehbaren Momente machen Live-Shows doch aus“, heißt es auf dem offiziellen Instagram-Account, auf dem man auch Freude über das große Presse-Echo äußert. „Ein riesiges Dankeschön an Helge für diesen super coolen, lustigen und unvergesslichen Abend!“
Den eigenen Chef, Stefan Powolny, bezeichnet man als „Held des Tages“ im „Superhelden-Cape“. Welchen Joker Powolny vor Schneider genau gezogen hat? Wurde die Gage noch mal aufgestockt? Oder eine Flasche Apfelmost geöffnet? Oder ein edler Tropfen Trollinger-Lemberger? Kurzum: Was macht den Schneider froh?
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Die Antwort darauf kennen zurzeit wohl nur Powolny und Schneider selbst. Oder allenfalls ein paar Vertraute. Damit gehört sie vorerst zu den großen Mysterien der baden-württembergischen Popkulturgeschichte.
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