Hertha BSC gewinnt 2:1 in Köln und bewahrt sich die Chance auf die Meisterschaft

Noch zwei Schritte

Daniel Theweleit
4 Min

KÖLN. In Berlin kursiert ein magisches Wort in diesem Mai. Alle reden vom Restprogramm, der Spielplan soll den Fußballern der Hertha zu ihrem ersten großen Titel seit vielen Jahrzehnten verhelfen. Drei Siege im Saisonfinale gegen vermeintlich leichte Gegner könnten reichen, für den ganz großen Triumph, tönt es seit dem Erfolg gegen den VfL Bochum vom vergangenen Sonnabend aus dem Klub heraus. Dass der Rest der Nation das immer noch nicht so recht glauben mag, kommt den Berlinern da nur gelegen, und die ersten drei Punkte dieser Rechnung haben sie nun schon einmal auf der Habenseite. Mit 2:1 (1:0) gewann die Hertha beim 1. FC Köln, auch wenn die Konkurrenz sich keine Blöße gab, darf munter weiter gerechnet werden.Herthas Manager Dieter Hoeneß freute sich: "Aus eigener Kraft können wir im Moment Platz drei schaffen. Jetzt kommt Schalke nach Berlin. Für dieses Duell könnten wir wohl 200 000 Karten verkaufen."Wer allerdings dachte, diese Partie beim 1. FC Köln werde mit großer Leichtigkeit gewonnen, sah sich zunächst getäuscht. Die rheinischen Anhänger hatten nach dem leblosen Auftritt vom vergangenen Wochenende bei der TSG Hoffenheim (0:2) mit dem Schlimmsten gerechnet, in der Kategorie Engagement konnte man den Kölnern aber an diesem Abend keinen Vorwurf machen. Die erste gute Gelegenheit hatte dennoch die Hertha. Eine feine Flanke des starken Patrick Ebert aus dem Halbfeld senkte sich auf den Kopf von Gojko Kacar, dessen Kopfball aber nicht druckvoll genug war (10.). Der Serbe war nach einer Sperre wieder ins Team zurückgekehrt, Andrej Woronin musste weichen und saß zunächst nur auf der Bank. Er leistete dort dem von seiner Knieverletzung genesenen Arne Friedrich Gesellschaft, beide wurden in der zweiten Hälfte eingewechselt.Zunächst mussten die beiden Leistungsträger jedoch mit ansehen, wie die Kollegen arge Mühe hatten in dieser ersten Halbzeit. Eigene Torgefahr erzeugte die Hertha kaum, und in der 32. Minute brauchten die Gäste eine Menge Glück. Mannaseh Ishiaku köpfte aus zehn Metern unbedrängt übers Tor, Lucien Favre tobte an der Seitenlinie. Der Trainer war nicht einverstanden mit dem Defensivverhalten seiner Mannschaft. Doch es dauerte nicht lange, da versöhnte Marko Pantelic den verärgerten Schweizer.Pantelic dribbeltZunächst gelang dem umstrittenen Stürmer ein kluger Pass auf Raffael, der nur knapp am herausstürzenden Torhüter Thomas Kessler scheiterte (41.), zwei Minuten später bereitete der Serbe dann mit einem großartigen Dribbling den Berliner Führungstreffer vor. Pantelic umspielte drei Kölner legte den Ball von der Grundlinie zurück auf den völlig ungedeckten Cícero, der flach einschob. Erstmals an diesem Abend waren danach auch die Anhänger aus der Hauptstadt zu hören, deren Reiselust von der historischen Chance auf den Titel offenbar nicht beflügelt wird. Das Stadion war bestens gefüllt, nur der Block die Gäste blieb fast leer.In der zweiten Hälfte hatte die Hertha dann auch das Glück eines echten Spitzenteams. Patrick Eberts reichlich optimistischer Schussversuch aus 25 Metern wurde vom Kölner Innenverteidiger Geromel so günstig abgefälscht, dass Kessler chancenlos war (52.). Entspannen konnten die Berliner trotz dieser komfortablen Führung aber nicht. Köln drückte und hatte Chancen, Fabrice Ehret verfehlte das Tor aus aussichtsreicher Position (68.), in der 70. Minute strich ein Freistoß von Petit knapp am Tor von Jaroslav Drobny vorbei, bevor der Torhüter einen Schuss von Nemanja Vucicevic nur mit Mühe abwehrte. Die Hertha versäumte es, die Räume für ein effektives Konterspiel zu nutzen, und sie hatten Glück dass Schiedsrichter Knut Kircher die Partie zum Entsetzen der Kölner direkt nach Adil Chihis Anschlusstreffer in der 89. Minute abpfiff.Teil eins des Dreiakters zum Titel ist also gespielt, es wird ein Hauch des großen Fußballs durchs Olympiastadion wehen am Sonnabend gegen Schalke 04, und wenn sie diese Partie auch gewinnen, dann steht der Hauptstadt ein ganz großer letzter Spieltag bevor. Dann geht es nach Karlsruhe.------------------------------Foto: Treffen der Protagonisten: Cìcero, Patrick Ebert und Marko Pantelic (v. r.) jubeln in Reihe.

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