Einen Punkt eingesammelt – zwei Punkte verloren: Hertha BSC ist einmal mehr als Aufbauhelfer für angeschlagene Vereine der 2. Fußball-Bundesliga tätig gewesen. „Wenn man auswärts drei Tore schießt und im ersten Durchgang eigentlich alles richtig macht, dann fühlt es sich wie eine Niederlage an, mit nur einem Punkt nach Hause zu fahren“, sagte Hertha-Schlussmann Tjark Ernst nach dem 3:3-Remis bei der SpVgg Greuther Fürth.
Dabei zeigten sich die Berliner nach der 0:2-Heimniederlage gut erholt, legten im Sportpark Ronhof eine der besten Halbzeiten der Saison hin und ließen die Gastgeber nur selten in der Berliner Spielhälfte gewähren. Die Tore von Fabian Reese (33.) und Luca Schuler (36.) zeugten von der Dominanz der Berliner.
Stefan Leitl warnt vor Branimir Hrgota
Zudem ergaben sich noch weitere Chancen, und ein vermeintliches Abseitstor von Kapitän Reese in der 26. Minute wurde zurückgenommen. „Wir müssen nach der 2:0-Führung das dritte Tor nachlegen und das Spiel einfach killen“, kommentierte Schuler. „Dann wäre das Ganze schon zur Pause gefühlt entschieden gewesen. Das haben wir leider nicht geschafft. Der Anschlusstreffer hat Fürth dann wiederbelebt“, sagte der Torschütze über das überraschende 1:2 durch Fürths Kapitän Branimir Hrgota (42.), vor dem Hertha-Trainer Stefan Leitl vor dem Spiel extra noch gewarnt hatte.
Chance verpasst: Hertha BSC gibt in Fürth zwei Führungen aus der Hand
Leitl-Rückkehr nach Fürth: „Stolz auf das, was wir damals erreicht haben“
Der Anschlusstreffer beflügelte Fürth, während bei Hertha im zweiten Abschnitt die zuvor gezeigte Spielfreude und Disziplin der Angst vor einem weiteren Gegentor Platz machte. Man habe es „nicht ganz geschafft, die Leistung zu bestätigen und kompakt zu verteidigen“, sagte Reese. „Die Abstände waren zu groß, die Pässe in Ballbesitz zu unsauber. Zudem haben wir im Zentrum weniger Zweikämpfe gewonnen und dadurch die Spielkontrolle verloren, so haben wir den Gegner stark gemacht.“
Den Ausgleich von Felix Klaus nach schöner Flanke von Hrgota (58.) konterte Schuler mit dem dritten Berliner Treffer vier Minuten später. Doch auch die erneute Führung verschaffte keine Sicherheit, sodass Fürth mit dem erneuten Ausgleich durch den früheren Unioner Dennis Srbeny (81.) zum verdienten Punktgewinn kam.
Ernst fordert drei Punkte gegen Bielefeld
Nach der Niederlage gegen Magdeburg und dem Remis in Fürth hofft Hertha nun, im letzten Spiel des Jahres gegen Arminia Bielefeld am kommenden Freitag (18.30 Uhr/Sky) auf die Siegerstraße zurückzufinden. „Wir gehen jetzt in die Analyse und müssen es nächste Woche besser machen“, sagte Torhüter Ernst: „Drei Punkte vor der Winterpause wären wichtig.“
Genau das ist den Berlinern in den beiden zurückliegenden Jahren in der 2. Bundesliga nicht gelungen und hatte den Rückstand zu den Aufstiegsplätzen jeweils wachsen lassen. Im Dezember 2023 kam Hertha BSC im letzten Hinrundenspiel im Olympiastadion gegen das damalige Schlusslicht VfL Osnabrück nicht über ein 0:0 hinaus, und auch im vergangenen Jahr reichte es in Hannover, damals noch gegen Stefan Leitl, nur zu einem torlosen Unentschieden. Zuvor hatten die Berliner im Monat Dezember alle drei Pflichtspiele im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln sowie in der 2. Bundesliga gegen Fürth und Münster jeweils mit 1:2 verloren. Allein aus der Geschichte dieser zwei Jahre wäre ein Sieg am Freitag von großer Bedeutung.
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