Hertha BSC verliert das Playoff-Hinspiel der Europa League mit 1:2 bei Bröndby Kopenhagen

Chancenlos in Dänemark

BLZ
4 Min

KOPENHAGEN. Die rund 500 Hertha-Anhänger unter den nur 12 050 Zuschauern im Bröndby-Stadion zu Kopenhagen zogen enttäuscht von dannen. Hertha BSC hatte im Playoff-Hinspiel zur Europa League beim zehnmaligen dänischen Meister Bröndby IF 1:2 (0:0) verloren. Das Team von Trainer Lucien Favre muss nun im Rückspiel am 27. August im Jahnsportpark versuchen, doch noch in die Gruppenphase des neuen Wettbewerbs zu kommen. Das Auswärtstor lässt noch ein wenig Hoffnung.Es war bereits der dritte Ausflug einer Hertha-Mannschaft im Europacup nach Dänemark. Und dreimal endeten die Auswärtspartien mit Niederlagen. Im November 1978 verloren Norbert Nigbur, Hans Weiner, Erich Beer & Co. 1:2 bei Esbjerg BK an der Nordseeküste, aber im Rückspiel des Uefa-Cup-Duells siegte Hertha 4:0. Folgenschwerer war allerdings das 0:1 von Hertha BSC im September 2006 bei Odense BK. Nach dem 2:2 im Heimspiel schieden die Berliner aus dem Uefa-Pokal aus. Von jener Elf gehören allerdings nur noch Arne Friedrich, Pal Dardai und Patrick Ebert zum Team von Trainer Lucien Favre, der seit zwei Jahren den größten personellen Umbruch in der Klubgeschichte betreibt. Alle drei Profis waren auch am Donnerstagabend im Stadion von Bröndby Kopenhagen dabei, in dem nach einem heißen Sommertag oft ein heftiger Wind blies.Favre hatte seine Mannschaft gegenüber der jüngsten 1:2-Niederlage in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach zu Beginn auf zwei Positionen verändert. Lukasz Piszczek, der an einer Rippenprellung leidet und Maximilian Nicu mussten für Marc Stein und Pal Dardai Platz machen."Wir wollen unbedingt eine Runde weiterkommen", hatte Favre vor dem Anpfiff gesagt und gefordert, die Dänen unter Druck zu setzen. "Wir müssen nach vorne spielen und uns Chancen erarbeiten." Bei der Umsetzung dieser Vorgabe haperte es aber lange Zeit. Zwar hatte der Trainer zuerst ein offensiveres 4-3-3-System versucht, was sich aber lange Zeit als eine Art Mogelpackung erwies. Patrick Ebert und der Brasilianer Raffael sollten Artur Wichniarek als Angriffsspitze unterstützen. Hertha aber geriet nach ruhigem Beginn immer mehr unter Druck. Und für Wichniarek, der sich viel vorgenommen hatte, war der Arbeitstag schon nach 31 Minuten beendet. Der Pole musste mit Rückenproblemen ausgewechselt werden. Für ihn kam schon traditionell der 22-jährige Bulgare Waleri Domowtschiski.Doch in der Vorwärtsbewegung passierte in der ersten Hälfte nicht viel bei Hertha, die Defensive hatte dagegen Schwerstarbeit zu verrichten, in der Torhüter Jaroslav Drobny nur vier Tage nach seinem Nasenbeinbruch ohne Schutzmaske spielte. Nach 34 Minuten schien der mutige Tscheche schon geschlagen, aber der Däne Morten Rasmussen brachte es fertig, den Ball aus zwei Metern Entfernung am Berliner Tor vorbeizuschieben. Hertha rettete sich mit Mühe und Not ohne Gegentor in die Halbzeitpause. Beinahe symbolisch eine Szene in der 42. Minute, als Thomas Rasmussen Herthas Kapitän Arne Friedrich unglücklich im Gesicht traf.Drobny patztDoch mit der Standfestigkeit der Berliner Abwehr war es unmittelbar nach der Pause vorbei. Nach einem Freistoß von Thomas Rasmussen, den Drobny nicht festhalten konnte, schob Mikkel Bischoff zum 1:0 für Bröndby ein. Aber Hertha wehrte sich erfolgreich. Favres System griff zum ersten Mal: Ebert setzte sich nach dem 0:1 im direkten Gegenzug durch und flankte auf den kurzen Pfosten. Dort köpfte Domowtschiski zum 1:1 ein (53.).Doch danach wurde ausgerechnet Neuzugang Nemanja Pejcinovic zum Pechvogel bei den Berlinern. Der junge Serbe verlängerte einen Freistoß unglücklich mit dem Hinterkopf und unhaltbar für Drobny (70.) - ein Treffer, der noch böse Folgen haben könnte. (BLZ)------------------------------Hamburger BlitzWerder Bremen: Das Team von Trainer Thomas Schaaf feierte in den Playoffs zur Europa League ein Schützenfest mit Schönheitsfehlern. Werder besiegte den Meister aus Kasachstan, den FK Aktobe, 6:3 (3:2). Der zweifache Torschütze Mesut Özil überragte beim Gastgeber. Einziger Makel waren die drei Gegentreffer. Dennoch dürfte das Erreichen der Gruppenphase für Werder nur noch Formsache sein.Hamburger SV: Der HSV hat mit einem 5:1 (3:0) im Hinspiel beim französischen Zweitligisten EA Guingamp die Gruppenphase in der Europa League fast schon perfekt gemacht. Mit schnellem Angriffsfußball, dem die Bretonen wenig entgegenzusetzen hatten, erwischte der HSV einen Blitzstart. "Unser Ziel ist ganz klar die Gruppenphase, so sind wir auch aufgetreten", sagte Piotr Trochowski.------------------------------Foto: Abgehoben: Herthas Patrick Ebert (r.) versucht sich gegen den starken Thomas Rasmussen durchzusetzen.

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