BERLIN. Dieter Hoeneß saß pünktlich um eins auf dem Podium, er wirkte entspannt. Man darf das als kleine Überraschung werten, denn der Manager von Hertha BSC reist derzeit quer durch Europa, um für die kommende Saison eine starke, aber zugleich günstige Mannschaft zusammenzustellen.Erst am Montag war Hoeneß nach Belgrad geflogen, um eine Lösung in den Verhandlungen um Marko Pantelic zu finden. Am Sonnabend läuft die Kaufoption für den serbischen Stürmer ab. "Das Gespräch war gut. Ich bin sehr zuversichtlich", sagte Hoeneß. Gleichwohl werde er die Entscheidung erst am Freitag verkünden, einen Tag vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Warum Hoeneß die Zeit bis zum Schluss ausreizen will, gab er nicht bekannt: "Es sind noch Kleinigkeiten zu klären. Ich möchte die Gespräche nicht mit medialen Kommentaren belasten."Berater mit AngebotenDer Fall Pantelic verdeutlicht das Dilemma von Hertha BSC. Dass Hoeneß den 27-Jährigen nach seinen zehn Toren halten will und Dragan Stojkovic, der Präsident von Roter Stern Belgrad, bereit ist, Pantelic ziehen zu lassen, ist längst bekannt. Allerdings scheint Hertha BSC derzeit nicht in der Lage zu sein, die festgeschriebenen 1,5 Millionen Euro sofort zu überweisen. Dies aber wäre nötig, damit die Berliner Pantelic für drei Jahre an sich binden können. Folglich bleiben zwei Alternativen. Zum einen könnte Hertha BSC ein weiteres Leihgeschäft vorschlagen. Der Nachteil: Pantelic wäre künftig auch für andere Vereine interessant, schon mehrfach hatte sein Berater Ranko Stojic von Angeboten gesprochen. Sowohl Pantelic als auch Hoeneß wissen, dass sich die verschuldete Hertha in absehbarer Zeit keinen vergleichbaren Stürmer leisten kann. Daher werden die Berliner wahrscheinlich auf eine Ratenzahlung drängen und Teile der 1,5 Millionen Euro später begleichen. Diese Variante ist in der Branche durchaus üblich.An diesem Beispiel zeigt sich die Transferpolitik, die Hertha BSC in den kommenden Jahren pflegen wird - und pflegen muss. Hoeneß sind die Hände gebunden. Er wird darauf bedacht sein, mit einem minimalen finanziellen Aufwand einen Kader aufzubauen, dessen Gerüst von etablierten Kräften und jungen Spielern getragen wird.Dass Leistungsträger wie Josip Simunic oder aufstrebende Spieler wie Oliver Schröder den Verein verlassen möchten, stellt Hoeneß vor Probleme. Er muss in kurzer Zeit günstige Nachfolger finden - damit war der Manager zuletzt des öfteren überfordert. Auch deshalb sollen nach Sofian Chahed, Malik Fathi und Christopher Samba nun auch Simunic und Schröder verlängern. "Bei Schröder ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", sagte Trainer Falko Götz am Mittwoch. Erst vor wenigen Tagen hatte der 25-Jährige überraschend seinen Abschied verkündet. Ähnlich ist die Situation bei Simunic, an dem Olympiakos Piräus interessiert ist. "Ich kann mir gut vorstellen, dass er bei uns bleiben wird", sagte Dieter Hoeneß. "Das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber den letzten Wochen."------------------------------Foto: Pssst, nicht weitersagen! Hertha BSC will Marko Pantelic gern behalten.
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