Hertha BSC

Hertha-Sieg beim FCK: Drei Wikinger erobern den Betzenberg

Beim 3:0-Paukenschlag beim 1. FC Kaiserslautern drehten die drei Skandinavier von Hertha BSC richtig auf.

Wolfgang Heise
Wolfgang Heise
4 Min
Herthas Isländer Jon Torsteinsson glänzte bei Herthas Gala-Auftritt auf dem Betzenberg.

Herthas Isländer Jon Torsteinsson glänzte bei Herthas Gala-Auftritt auf dem Betzenberg.

© IMAGO/Ralf Brueck

Doppelt getroffen, doppelt aufgelegt und den Trainer ins Schwärmen gebracht: Beim 3:0 von Hertha BSC beim 1. FC Kaiserslautern drückten die Dänen Sebastian Grönning (29) und Mads Pedersen (30) sowie der Isländer Jon Thorsteinsson (27) der Partie ihren Stempel auf. Grönning beendete seine Torflaute mit einem Doppelpack, Pedersen bereitete zwei Treffer vor und Thorsteinsson zeigte jene Leistung, die Trainer Stefan Leitl (49) später als „großes Kino“ lobte.

„Unsere Skandinavier haben im Verbund mit den anderen einen guten Job gemacht“, sagte Leitl nach dem Schlusspfiff. Die Formulierung war bewusst als Lob für die gesamte Mannschaft gewählt. Dennoch ließ sich kaum übersehen, welchen Anteil die drei Nordmänner an einem der stärksten Hertha-Auftritte der bisherigen Saison hatten.

Grönning: „Ich bekomme Energie von den Mitspielern“

Vor allem Grönning nutzte die große Bühne des Topspiels. Der dänische Angreifer hatte zuletzt sechs Ligaspiele auf einen Treffer warten müssen. In Kaiserslautern meldete er sich eindrucksvoll zurück. Bereits in der 17. Minute brachte er die Berliner in Führung. Nach seinem Abschluss krachte Grönning gegen den Pfosten, rappelte sich aber sofort wieder auf und jubelte mit seinen Mitspielern.

Auch danach musste der 29-Jährige einiges wegstecken. Sieben Minuten später bekam er nach einem Zweikampf einen Tritt von Lauterns Maxwell Gyamfi (26) in den Bauch. Grönning blieb zunächst liegen, diskutierte mit dem Schiedsrichter, spielte anschließend aber weiter. Belohnt wurde er dafür nach der Pause. In der 52. Minute traf er erneut und schnürte seinen Doppelpack.

Von einer persönlichen Befreiung wollte Grönning später allerdings nichts wissen. „Das war ein Thema von außen, aber nicht für mich“, sagte er über die Diskussion um seine Torflaute. „Ich wusste, dass es mit der Zeit wieder klappen wird, wenn ich weiter das Vertrauen bekomme.“ Wichtiger war ihm die Art und Weise, wie Hertha auftrat. „Es ist unsere DNA, dass wir intensiv spielen, kämpfen und Zweikämpfe gewinnen wollen. So hat es sich auch wieder auf dem Platz angefühlt, wo ich viel Energie von meinen Mitspielern bekommen habe.“

Pedersen: „Diesmal nur ein halber Döner“

Beim zweiten Treffer profitierte der Angreifer von einer präzisen Hereingabe seines Landsmannes Pedersen. Der linke Außenverteidiger bereitete später auch das 3:0 von Oluwaseun Adewumi (21) vor und bestätigte damit einmal mehr seinen starken Start bei Hertha. Mit seinen Vorstößen, seiner Technik und seiner Ruhe am Ball zählt der Däne schon jetzt zu den auffälligsten Berlinern.

Dass die Verbindung zwischen Pedersen und Grönning so gut funktioniert, kommt nicht von ungefähr. „Ich will immer gerne Torvorbereitungen machen“, sagte Pedersen. „Ich habe mit Sepp darüber gesprochen, wo ich die Bälle hinspiele, wenn er in der Box ist. Genau das haben wir gemacht.“

Der 30-Jährige sorgt allerdings nicht nur auf dem Platz für Impulse. Auch in der Kabine gilt er als wichtiger Faktor. Das gemeinsame Döner-Essen nach Siegen geht auf seine Initiative zurück. Nach dem Erfolg in Kaiserslautern hatte er die nächste Runde bereits fest eingeplant. „Definitiv gehen wir wieder Döner essen. Wir hatten auch Mittwoch schon einen. Deswegen diesmal vielleicht nur einen Halben“, sagte Pedersen.

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Leitl über Thorsteinsson: „Das war großes Kino“

Während Grönning mit seinen Toren und Pedersen mit seinen Vorlagen glänzte, sah Leitl den herausragenden Herthaner dennoch in einem anderen Spieler. Thorsteinsson stellte die Lauterer Defensive mit seinem Tempo und seinen Dribblings immer wieder vor Probleme. Zudem bereitete der Isländer die Führung durch Grönning vor und war über die gesamte Spielzeit einer der auffälligsten Akteure.

Normalerweise vermeidet es Leitl, einzelne Spieler öffentlich hervorzuheben. Diesmal machte er eine Ausnahme. „Ich finde, dass wir einen Spieler auf dem Feld hatten, der unfassbar gespielt hat“, sagte der Hertha-Trainer. „Ich tue das normalerweise nicht, um jemanden rauszuheben, aber Jonny war schon sehr gut.“ Und Leitl legte sogar noch nach: „Das war großes Kino, was Jonny heute geboten hat.“

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