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Holger Friedrich über Meinungsfreiheit: „Viele Menschen haben Angst vor Stigmatisierung“

In der Reithalle im Hans-Otto-Theater in Potsdam fand eine Debatte mit dem Verleger der Berliner Zeitung statt. Es ging um Meinungsfreiheit und ostdeutsche Realitäten.

BLZ
7 Min
Verleger Holger Friedrich auf der Bühne des Hans-Otto-Theaters mit Simona Stoytchkova und Hans-Eckardt Wenzel – moderiert von Sarah Oswald

Verleger Holger Friedrich auf der Bühne des Hans-Otto-Theaters mit Simona Stoytchkova und Hans-Eckardt Wenzel – moderiert von Sarah Oswald

© Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

Wie geht Ostdeutschland heute mit der 1989 erkämpften Freiheit um? Was hat sich an den Utopien von Freiheit seit der Wende verändert? Und wie werden Konzepte von Freiheit in West- und Ostdeutschland unterschiedlich gelebt? „Die Schwierigkeit mit der Freiheit“: Unter diesem Titel hat die Initiative DenkRaumOst zu einer Diskussion in die Reithalle im Hans-Otto-Theater in Potsdam geladen. Vier besondere Persönlichkeiten diskutierten in einem ausverkauften Saal über ostdeutsche Identität und die Frage, wie es um die Meinungsfreiheit in Deutschland bestellt ist. Auf der Bühne saßen Holger Friedrich, Hans-Eckardt Wenzel, Simona Stoytchkova und Roland Schatz. Moderiert wurde die Veranstaltung von Sarah Oswald.

Der Abend wurde eröffnet von Roland Schatz, dem Herausgeber des internationalen Freiheitsindex und dem Geschäftsführer des Unternehmens MediaTenor. In seinem Impuls-Vortrag stellte Schatz seinen Freiheitsindex vor und erklärte, dass seine Beschäftigung mit dem Thema Freiheit am Anfang der Pandemie begonnen habe. Er habe damals nicht verstanden, warum so viele Deutsche bereit waren, Freiheit gegen Sicherheit einzutauschen – und warum so viele Gegner der Pandemiemaßnahmen sich nicht getraut hätten, ihre Meinung zu sagen. Ein Grund dafür: Die einseitige Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien. Die Statistiken, die Schatz an die Wand warf, zeigten die sich negativ abzeichnende Tendenz im Freiheitsgefühl der Deutschen: Im Jahr 2021 gaben bei einer Umfrage nur 36 Prozent der Befragten an, sich noch frei zu fühlen. Eine Minderheit. Im Jahr 2024 waren es immerhin 52 Prozent, die sich als frei definierten. Schatz drückte seiner Verwunderung darüber aus, dass fast jeder Zweite im Land sich als unfrei beschreiben würde. Woher kommt dieser Eindruck? Auf diese Frage sollte die anschließende Diskussion eine Antwort geben.

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