Kulturtipps

Hier müssen Sie am Wochenende hin: Die Kulturtipps der Redaktion

Diese Woche empfehlen wir: Einen Ausflug nach Oderberg, restaurierte Verachtung, einen Kunstmarkt für kleines Geld und Straßenmusik in Pankow.

BLZ
4 Min
Wir haben die Kulturtipps zum Wochenende für Sie zusammengestellt. 

Wir haben die Kulturtipps zum Wochenende für Sie zusammengestellt. 

© Uroš Pajović / BLZ

Restaurierte Verachtung

Im vergangenen Jahr schied Jean-Luc Godard mit 91 Jahren aus dem Leben – selbstbestimmt per assistiertem Suizid, wie er explizit öffentlich machen ließ. Einer der bekanntesten Filme des Mitbegründers der Nouvelle Vague kommt jetzt in frisch restaurierter Fassung noch mal ins Kino. Bild für Bild wurde das 35-Milimeter-Filmmaterial von „Die Verachtung“ gereinigt und in 4K-Auflösung digital reproduziert, und nun kann man in höchster Auflösung begutachten, wie Brigitte Bardot sich in der Eingangssequenz nackt von Michel Piccoli ihre Schönheit bestätigen lässt und im Laufe des Films eine Verachtung für ihn entwickelt, die Godards Haltung zu Hollywood spiegelt. Claudia Reinhard

Die Verachtung. 105 Minuten, Sputnik Kino am Südstern, 12:30 Uhr


Rathausspiele in Oderberg

Eigentlich liegt das Städtchen Oderberg schön am Rande der Ruhe. Es gibt Fachwerkarchitektur, Festungsruinen, ein Binnenschifffahrtsmuseum und eine interessante Stadtgeschichte, in der der Fluss eine entscheidende Rolle spielt. Dennoch kann einen auf der Durchreise die Melancholie überfallen, denn so richtig lebendig ist es hier nicht. Viele Häuser stehen leer, darunter auch das Alte Rathaus. 

Das alte Rathaus von Oderberg

Das alte Rathaus von Oderberg

© Doris Antony, Berlin, CC BY-SA 3.0

Das wird nun zum Zentrum für eine dreiwöchige kulturelle Intervention. Mit Tanz, Performance, Kasperspiel und Konzerten, aber vor allem mit einem interaktiven Schwerpunkt, eben um frisches Leben in die Bude zu bekommen. Es wird Tauschbörsen für Ideen und Dinge, Chorprojekte, gemeinsames Kochen und Backen sowie öffentliche Ratsversammlungen geben. Und Amtsstuben, in denen Beamtendarsteller Sprechzeiten abhalten und ihres Aufgabenbereichs walten. So gibt es unter anderem ein Amt für Unsinn, eins für Unkraut, eins für Oderwesen, eins für Spiel und Spieregeln und ein Ministerium gegen Einsamkeit.  Das ganze Programm findet an den Wochenenden bis 25. Juni statt und soll sich unter der Mitwirkung der Gäste modifizieren. Ulrich Seidler

Rathausspiele Oderberg. Premiere 10. Juni 18 Uhr, ÖFfnungszeiten 11., 16.-18., 23.-25. Juni jeweils 15-22 Uhr. Informationen unter www.limited-blindness.eu/rathaus-spiele

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Die Musik der Straße: Eine Ausstellung im Museum Pankow

Drehorgelspieler in einem Berliner Hinterhof, 1925

Drehorgelspieler in einem Berliner Hinterhof, 1925

© Kunstbibliothek, SMB/ Photothek Willy Römer/bpk

„Musica di strada“ ist der Titel dieser Ausstellung, Straßenmusik. Sie befasst sich mit dem Wirken von Italienerinnen und Italienern in Berlin-Prenzlauer Berg, die von Mitte des 19. Jahrhunderts an ihr Land verließen, auf der Suche nach einem besseren Leben. Berlin prägten sie mit der Herstellung mechanischer Musikinstrumente. Weltbekannt wurde etwa die Firma Cocchi, Bacigalupo & Graffigna, die Drehorgeln und Orchestrien produzierte. Ein Orchestrion ist ein mechanisches Instrument, das den Zweck hat, ein ganzes Orchester zu imitieren. Das Museum Pankow profitiert bei dieser Ausstellung von der Tatsache, dass das Märkische Museum mehrere Jahre lang renoviert werden muss und seine Sammlung dieser Instrumente an Pankow ausgeliehen hat. Zwei Jahre lang werden sie in der Ausstellung zu sehen sein, die Musikgeschichte mit Migrationsgeschichte verbindet. Regelmäßige Vorführungen machen die Instrumente erlebbar. Susanne Lenz

Museum Pankow Prenzlauer Allee 227/228. Bis zum 19. Oktober 2025,  Dienstag bis Sonnabend von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Es gibt ein um­fang­reiches Begleit­pro­gramm mit Ver­an­stal­tun­gen für Kinder und Schul­klassen, Musik­events, Kino­reihen, Stadt­rallyes und Führungen: Programm.


Erschwingliche Kunst

Wer auf der Suche nach Kunst und/oder vielleicht auch nach einer guten Geldanlage ist, könnte sich am Freitag mal am Paul-Lincke-Ufer umschauen. Im Haus mit der Nummer 44 A findet zum fünften Mal der „Affordable Art Market“ statt, also ein Kunstmarkt mit erschwinglichen Preisen. 1000 Werke von 165 Künstlern werden hier angeboten, für Preise zwischen 50 und 4000 Euro (Erschwinglichkeit ist freilich relativ). Unentschlossene können sich auf dem Instagram-Kanal der Veranstalter vorher schon mal ein Bild machen. Claudia Reinhard

Kunstwerke für Preise zwischen 50 und 4000 Euro

Kunstwerke für Preise zwischen 50 und 4000 Euro

© Berlin Art Core

Affordable Art Market. Paul-Lincke-Ufer 44A, Freitag, 9. Juni, 18-22 Uhr, Samstag und Sonntag, 12-20 Uhr


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