Gesundheit

Hitze in Deutschland: Ein Drittel der Bevölkerung leidet unter gesundheitlichen Beschwerden

Eine neue Umfrage zeigt, wie stark heiße Tage vielen zusetzen. Vor allem Frauen leiden.

3 Min
Viele Deutsche leiden unter der Hitze.

Viele Deutsche leiden unter der Hitze.

© Martin Gerten/dpa

Müdigkeit, Schlafprobleme, Kreislaufbeschwerden: Rund jeder Dritte in Deutschland hat einer neuen Umfrage zufolge bereits gesundheitliche Probleme durch Hitze gehabt. Die Zahl der Betroffenen steigt – und die meisten halten die bisherigen Schutzmaßnahmen für unzureichend.

Etwa jede und jeder Dritte in Deutschland hat nach eigenen Angaben schon einmal unter gesundheitlichen Beschwerden durch Hitze gelitten. Das teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit mit, die eine entsprechende Umfrage beim Forsa-Institut in Auftrag gegeben hat. Nach Angaben der Kasse liegt der Wert höher als in den Vorjahren.

Am häufigsten nannten die Betroffenen Müdigkeit und Abgeschlagenheit (71 Prozent) sowie Schlafprobleme (68 Prozent). Mehr als die Hälfte gab Kreislaufbeschwerden (64 Prozent) und Kopfschmerzen (52 Prozent) an. Auch Schwindel (32 Prozent) und Appetitlosigkeit (27 Prozent) kamen vor, sieben Prozent klagten über Verwirrtheit.

Frauen deutlich häufiger betroffen

Unter den befragten Frauen fühlten sich 40 Prozent durch Hitze belastet, bei den Männern waren es 21 Prozent. Fünf Prozent der Befragten suchten wegen hitzebedingter Beschwerden einen Arzt auf. 13 Prozent gaben an, ein Arztbesuch wäre aus ihrer Sicht sinnvoll gewesen.

Knapp zwei Drittel der Befragten erklärten, sich große oder sehr große Sorgen wegen Hitze zu machen. Drei Viertel halten die aktuellen Hitzeschutzmaßnahmen für nicht ausreichend. DAK-Vorstandschef Andreas Storm bezeichnete dies als bedenklich.

Besonders betroffen sehen die Befragten Beschäftigte mit schwerer körperlicher Arbeit in Handwerk, Bau und Produktion (89 Prozent) sowie in der Pflege (86 Prozent). 58 Prozent sehen Schulen und Kindergärten durch Hitze stark eingeschränkt. Für den Hitzereport wurden nach Angaben der DAK vom 22. Juni bis zum 1. Juli 2026 insgesamt 1519 Menschen ab 18 Jahren online befragt.

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Studie sieht auch psychische Folgen

Mit den psychischen Auswirkungen von Hitzewellen befasst sich eine neue länderübergreifende Meta-Studie im Fachjournal Nature Health. Die Forschenden der Monash University in Australien fanden nach eigenen Angaben heraus, dass Menschen nach Hitzewellen häufiger wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen in Krankenhäuser kamen.

Als mögliche Erklärung nennen die Fachleute eine erhöhte Ausschüttung von Cortisol und anderen Stresshormonen bei extremer Hitze. Diese steigere Reizbarkeit, Angst und kognitive Beeinträchtigungen und könne etwa Schizophrenie und Persönlichkeitsstörungen verschlimmern. Depressionen, bipolare Störungen, Angststörungen und Demenz träten den Forschenden zufolge oft erst einige Tage nach der Hitze vermehrt auf. Eine Rolle spielten dabei vermutlich Schlafstörungen durch heiße Nächte und anhaltender psychischer Stress. (mit dpa)

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