Draußen Sommerhitze, aus den Boxen „Feliz Navidad“: Im dänischen Aalborg ist diese Woche Weihnachten ausgebrochen – fünf Monate zu früh.
Rund drei Dutzend Weihnachtsmänner, Mrs. Clauses und Elfen aus aller Welt sind zum World Santa Claus Congress angereist, dem jährlichen Weltgipfel der Santa-Branche. Vier Tage lang ziehen sie in voller Montur durch die viertgrößte Stadt Dänemarks. Die roten Plüschanzüge wirken bei sommerlichen Temperaturen allerdings eher wie eine Sauna zum Anziehen.
Das Programm klingt wie ein Betriebsausflug am Nordpol: Lebkuchen-Wettessen, Geschenke einpacken auf Zeit, Ballonfiguren knoten. Dazu mehrere laute Paraden durch die Innenstadt.
Ein Volksfest auch für Zuschauer: Weihnachtsmänner, Mrs. Clauses und Elfen bei einer Kanaltour durch Kopenhagen beim World Santa Claus Congress 2018 (Archivbild).
© Mads Claus Rasmussen/picture alliance
Ein Gen für Großzügigkeit
Die meisten Teilnehmer kommen aus Skandinavien, andere nehmen weite Wege auf sich. Paradise Yamamoto etwa flog aus Tokio ein und tanzte mit Japan-Flagge durch Aalborg. Der Norweger Robert Hercz (64) ist überzeugt, alle Santas teilten „ein Gen“ für Großzügigkeit, wie er der Nachrichtenagentur AP sagte: „Man hat es, oder man hat es nicht.“
Ganz ohne Berufsrisiken läuft es freilich nicht. Wenn Weihnachtsmänner zusammenstehen, werde gefachsimpelt, sagt Organisator Peter Gislund, der selbst als Santa in Aalborg arbeitet. Auch am Bart des Kollegen werde dann schon mal diskret nachgebessert.
Seit 1957 – inklusive Fußbad in der Ostsee
Der Kongress wurde 1957 im Vergnügungspark Bakken bei Kopenhagen gegründet, dem ältesten Freizeitpark der Welt. Zur Tradition gehörte jahrzehntelang ein gemeinsames Bad in der Ostsee, zu dem die Santas mit historischen Feuerwehrautos anreisten. Seit 2024 findet das Treffen in Aalborg statt – im kommenden Jahr steht das 70. Jubiläum an.
Gislund kennt übrigens beide Reaktionen auf das sommerliche Spektakel: Die Großmütter fänden, es sei noch viel zu früh. Die Kinder dagegen jubelten, dass der Weihnachtsmann schon da ist.
Der 33-jährige Däne Simon Brøns liefert die passende Philosophie dazu: Weihnachten sei keine Jahreszeit, sondern ein Gefühl im Bauch. Wer wolle, könne es das ganze Jahr haben.
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Weihnachten war schon immer ein Fest des Wahnsinns: „Früher war mehr Lametta?“ Von wegen!
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